Jusletter 16. Juli 2012
Anzahl Artikel: 24
Beiträge
Angesichts des Urteils
Cañas untersuchen die Autoren, welche Konsequenzen aus
nicht-einvernehmlichen Schiedsverfahren bei Streitigkeiten in Sport-Fällen
gezogen werden können. Besonders im Fall FC Sion, ist die Frage nach
der Gültigkeit des Verzichts auf die Zuständigkeit des staatlichen Gerichts
bei vorsorglichen Massnahmen (vgl. Art. R37 Abs. 2 Satz 2 CAS Code)
gestellt worden. Basierend auf einer Analyse der Besonderheiten des
Sport-Schiedsverfahrens, befürworten die Autoren die Gültigkeit des Verzichts
zu Gunsten des Court of Arbitration for Sport (CAS). (sk)
Sprache: französisch, ca. 6924 Wörter
In den vergangenen 18
Monaten wurde die Sportwelt durch die Bedrohung ihrer Integrität in Form von
Spielmanipulationen und organisierten Formen von Manipulation wachgerüttelt.
Sportorganisationen suchen nach Wegen, diese illegalen Praktiken zu
bekämpfen. Zur Verfolgung der Betrugsfälle im Sport muss eine ähnliche
Beweisführung herangezogen werden wie bei Dopingfällen. Es ist aber wichtig,
dass bei der Bestrafung eines Individuums die Schwere der Tat und die
verhängten Sanktionen in einem angemessenen Verhältnis stehen und die
Verfahrensgarantien eingehalten werden. (sk)
Sprache: englisch, ca. 7713 Wörter
Spielmanipulationen,
Korruption usw. haben das Image von Wetten in Verbindung mit bestimmten
Sportarten und der Sportwettenindustrie in den letzten Jahren geprägt. Doch
in der Beziehung zwischen Sport und Wette ist nicht alles nur negativ. So
bieten Sportwetten dem Sport die notwendige finanzielle Unterstützung. Die
Bedeutung dieser finanziellen Unterstützung und der Mechanismus, mit welchem
diese umgesetzt wird, unterscheiden sich in einzelnen Ländern. Ziel des
Beitrages ist es, mithilfe einer vergleichenden Analyse eine Typenlehre der
verschiedenen Finanzierungsmechanismen zu entwerfen. (sk)
Sprache: französisch, ca. 3480 Wörter
Die steigende
Professionalisierung und Kommerzialisierung im Sport führt dazu, dass
Dopingstreitigkeiten immer kontroverser ausgetragen werden. Der WADC/NADC
versucht dem entgegen zu wirken, indem er ein «Geständnis» («Admission») des
Athleten strafmildernd honoriert. Die Konturen für ein solches
strafmilderndes Geständnis sind bislang noch recht verschwommen. Der Beitrag
will dies ändern und untersucht die Voraussetzungen des Geständnisses im
Zusammenhang mit Art. 10.9.2 WADC/NADC vor allem am Beispiel der –
in der Praxis relevanten – Verstösse gegen «Meldepflichten»
(«Whereabouts Information») i.S.v. Art. 2.4 WADC/NADC.
Sprache: deutsch, ca. 6821 Wörter
Kartellrecht wurde für
Sportrechtsstreitigkeiten infolge der Anwendung von Grundsätzen des
EU-Wettbewerbsrechts durch den Europäischen Gerichtshof relevant: Er hat
hierbei aber übersehen, dass nur Rechtspersönlichkeiten unter den
Anwendungsbereich des Kartellrechts fallen, die wirtschaftliche Tätigkeiten
ausüben. Die Anwendung von Antidoping-Regeln durch Sportverbände kann aber
kaum als wirtschaftliche Tätigkeit angesehen werden. Zudem ist die
Nützlichkeit der kartellrechtlichen Argumente zweifelhaft, da das
Kartellrecht lediglich dazu dient, die Verhältnismässigkeit von
Antidoping-Regeln zu hinterfragen. Dies ist aber bereits eines der Prinzipien
des Sportrechts. Das bedeutet, dass kartellrechtliche Argumente selten etwas
Nützliches zur Debatte der Verhältnismässigkeit beitragen können, sie führen
normalerweise lediglich zu Verzögerungen und Zusatzkosten. (sk)
Sprache: englisch, ca. 8186 Wörter
Durch seine
Kommerzialisierung hat der Sport eine neue Dimension erhalten, die er adäquat
zu verarbeiten hat. Ein Berufssportler oder ein Sportverein kann in
wirtschaftlichen Belangen betroffen sein, da der wirtschaftliche Erfolg vom
sportlichen Erfolg abhängt. Dies wirft die Frage auf, inwieweit
wirtschaftliche (Individual-)Interessen in einer sportrechtlichen
Streitigkeit zu berücksichtigen sind.
Sprache: deutsch, ca. 3565 Wörter
Sportlern stehen gegen sie
beeinträchtigende Vereins- oder Verbandsbeschlüsse Abwehransprüche zu. Von
besonderer Bedeutung ist dabei der vereinsrechtliche Anspruch aus
Art. 75 ZGB, dessen Voraussetzungen durch die Rechtsprechung beständig
gelockert wurden. Der Beitrag analysiert den (sachlichen und persönlichen)
Anwendungsbereich dieses Anspruchs sowie das Verhältnis zu den sonstigen
nicht fristgebundenen (vereins- und sonstigen) Abwehransprüchen des
Sportlers. Die Probleme, die sich aus einer Anspruchskonkurrenz ergeben,
werden sowohl für Verfahren vor staatlichen Gerichten als auch vor
Schiedsgerichten, insbesondere vor dem Court of Arbitration for Sport
(CAS/TAS) untersucht.
Sprache: deutsch, ca. 8721 Wörter
Die Änderung der
Transferregelungen im internationalen Fussballsport der FIFA im Jahr 2001 hat
viele Konsequenzen für das Fussballrecht nach sich gezogen. Eine der
wichtigsten Auswirkungen der Regelungen war die Schaffung eines autonomen
Streitbeilegungssystems. Nach 10 Jahren hat sich die Zahl der Fälle aber
verzehnfacht. Dies führt zu einer Verlangsamung des Entscheidungsprozesses.
Um eine Antwort auf diese eher dem Bereich des Managements als dem Recht
zuzuordnende Frage zu geben, hat sich die FIFA von den Verfahrensvorschriften
des Schweizer Rechts inspirieren lassen. Die neuen Rahmenbedingungen werden
im Beitrag beschrieben. (sk)
Sprache: englisch, ca. 1203 Wörter
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
EGMR – Das Verbot für
eine Plakat-Aktion der UFO-Sekte Raël ist mit der EMRK vereinbar. Die Grosse
Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) hat bestätigt,
dass die Meinungsäusserungsfreiheit nicht verletzt worden ist. (Urteil
16354/06)
Sprache: deutsch, ca. 326 Wörter
Aus dem Bundesgericht
BGer – Die SBB muss
im Zürcher Hauptbahnhof ein israelkritisches Plakat aufhängen. Das
Bundesgericht hat bestätigt, dass das generelle SBB-Verbot von
aussenpolitisch brisanten Botschaften zu weit geht und der Aushang den Rahmen
des Zulässigen nicht überschreitet. (BGE 2C_415/2011)
Sprache: deutsch, ca. 404 Wörter
BGer – Die St. Galler
Justiz muss vertieft abklären, ob eine Kosovarin in der Ehe mit ihrem
muslimischen Gatten wie eine «Sklavin» gehalten worden ist. Laut
Bundesgericht wurde der Frau die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung
nach der Trennung vorschnell verwehrt. (BGE 2C_821/2011)
Sprache: deutsch, ca. 339 Wörter
BGer – Die Aargauer
Kantonspolizei muss der Staatsanwaltschaft die Namen der Polizisten offen
legen, die 2011 in Baden an einem Einsatz mit Schusswaffengebrauch beteiligt
waren. Das Bundesgericht hat die Beschwerde des zurückgetretenen
Polizeikommandanten abgewiesen. (BGE 1B_205/2012)
Sprache: deutsch, ca. 247 Wörter
BGer – Das
Bundesgericht verzichtet darauf, gegen die Benachteiligung von Schweizer
Bürgern beim Nachzug ausländischer Familienangehöriger einzuschreiten. Das
Gericht hat sich dem letztjährigen Entscheid des Parlaments gefügt.
(Öffentliche Beratung im Verfahren 2C_354/2011)
Sprache: deutsch, ca. 308 Wörter
BGer –
SAirGroup-Liquidator Karl Wüthrich ist mit seiner Klage über 280 Millionen
Franken gegen zwölf frühere Verantwortliche der SAirGroup definitiv
gescheitert. Das Bundesgericht hat seine Beschwerde im Streit um die interne
Verschiebung der Roscor-Aktien abgewiesen. (Urteil 4A_410/2011)
Sprache: deutsch, ca. 240 Wörter
BGer – Die
Hintergründe der Einstellung des Korruptionsverfahrens gegen zwei
FIFA-Funktionäre können öffentlich gemacht werden. Das Bundesgericht hat
bestätigt, dass die Medien zur Ausübung ihrer Kontrollfunktion Einblick in
die Zuger Verfügung zur Verfahrenseinstellung erhalten.
(Urteil 1B_68/2012)
Sprache: deutsch, ca. 242 Wörter
BGer – Die Firma
Vista24 hat mit irreführenden Auftragsformularen für ihr
Online-Telefonverzeichnis unlauteren Wettbewerb betrieben. Das Bundesgericht
hat den Entscheid der Zürcher Justiz bestätigt und die Beschwerde des
Unternehmens abgewiesen. (Urteil 4A_11/2012)
Sprache: deutsch, ca. 244 Wörter
BGer – Das
Bundesgericht hat die lebenslängliche Freiheitsstrafe gegen einen Albaner
aufgehoben, der 2008 mit einem Komplizen in Epalinges einen Rentner
erschlagen hat. Laut Gericht muss die Waadtländer Justiz eine zeitlich
begrenzte Strafe verhängen. (Urteil 6B_89/2012)
Sprache: deutsch, ca. 212 Wörter
BGer – Das
Bundesgericht hat der Gemeinde Montreux widersprochen, die die Genehmigung
zum Bau zweier Gebäude auf dem Grundstück «Bosquet» erteilt hatte. Das
Bundesgericht hob die Baugenehmigung auf und gab einer Berufung der Helvetia
Nostra statt. (Urteil 1C_361/2011) (sk)
Sprache: französisch, ca. 178 Wörter
BGer – Die Luzerner
Justiz darf sich nicht auf das Geständnis eines Mannes stützen, das er ohne
anwaltlichen Beistand gegenüber der Polizei gemacht hat. Das Bundesgericht
hat die Beschwerde des Betroffenen gutgeheissen und seine Verurteilung
aufgehoben. (Urteil 6B_725/2011)
Sprache: deutsch, ca. 253 Wörter
Medienmitteilungen
Das neue Bundesgesetz über
die Förderung von Sport und Bewegung wird am 1. Oktober 2012 in Kraft treten.
Die neue Rechtsgrundlage enthält bewährte Prinzipien und stärkt gleichzeitig
Bestimmungen, die die körperliche Aktivität bei Kindern und Jugendlichen
fördern. Für das Programm Jugend + Sport des Bundesamts für Sport bietet dies
eine Gelegenheit, ihr bewährtes Programm zu aktualisieren. (sk)
Sprache: französisch, ca. 1606 Wörter
Die Universität Bern hat
einen Prozess um ein Patent verloren, mit dem die international tätige
Medizinaltechnikfirma Synthes viel Geld verdient haben dürfte. Das neue
Bundespatentgericht in St. Gallen hat die Klage der Berner Hochschule
abgewiesen.
Sprache: deutsch, ca. 219 Wörter
Die Wettbewerbskommission
(WEKO) hat festgestellt, dass die Anwendung von Tarifempfehlungen für
Verwaltungskosten bei der Immobilienverwaltung in Neuenburg gegen das
Kartellgesetz verstösst. Die Sektion Neuenburg des Immobilienhändlerverbands
«Union suisse des professionnels de l‘immobilier» (USPI-Neuchâtel) hat
sich bereiterklärt, seine Tarifempfehlungen zurückzuziehen. In ihrer
Entscheidung vom 2. Juli 2012 hat die WEKO diesem Umstand Rechnung getragen
und eine entsprechend reduzierte Sanktion ausgesprochen.
Sprache: deutsch, ca. 160 Wörter
Die Swatch Group und die
Wettbewerbskommission (WEKO) haben sich bezüglich der Lieferung von
Komponenten auf einen Kompromiss verständigt. Bis Ende August 2012 können
sich die Uhrenhersteller dazu äussern. Bereits jetzt zeigt sich: Einige sind
damit gar nicht einverstanden.
Sprache: deutsch, ca. 422 Wörter
Die Eidgenössische
Finanzmarktaufsicht FINMA eröffnet die Anhörung zur
Kollektivanlagen-Konkursverordnung. Die FINMA ist seit dem 1. September 2011
für den Konkurs über bestimmte, dem KAG unterstehende Institute zuständig.
Das KAG regelt das Konkursverfahren allerdings nur rudimentär, erteilt der
FINMA aber die Kompetenz zum Erlass von Ausführungsvorschriften. Von dieser
Kompetenz macht die FINMA vorliegend Gebrauch. Die Anhörung endet am 22.
August 2012.
Sprache: deutsch, ca. 223 Wörter