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Liebe Leser*innen

Wie bereits angekündigt, findet zum Beitrag von Thomas Geiser «Kündigungsschutz im Arbeitsrecht», der in der Jusletter-Ausgabe vom 10. Februar erschienen ist, ein Webinar statt. Wann? Am 5. Juni 2025 von 13 bis 14 Uhr via Zoom. Die Anmeldung ist möglich über diesen Link.

Die mittlere Monatsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung stieg 2025 um 6%. Sarah Leiendecker geht den Gründen dafür nach und befasst sich mit der Frage, wie viel ein Menschenleben im Gesundheitswesen kosten darf. Dazu analysiert die Autorin die Schweizer Rechtsprechung anhand der Myozyme-Urteile und vergleicht Berechnungsmodelle aus dem In- und Ausland.

Nevin Dobmann und Naomi Dike berichten von der 8. Sozialversicherungsrechtstagung und erläutern in zusammengefasster Form die Erkenntnisse aus den Referaten zum Thema «Leistungen bei Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen und psychischen Gesundheit».

Schliesslich rezensiert Roland Pfäffli die Dissertation von Nadja D. Leuthardt zur Untergemeinschaft im Stockwerkeigentum: Diese enthält unter anderem den Stand der Rechtsprechung, Doktrin und Praxis und dürfte jenen, die sich mit dem Stockwerkeigentum beschäftigen, grosse Dienste leisten.

Wir wünschen eine anregende und interessante Lektüre!

Martina Plüss
Editions Weblaw

Beiträge
Sarah Leiendecker
Sarah Leiendecker
Abstract

Der Beitrag beschäftigt sich mit der zutiefst ethischen Frage, wieviel ein Menschenleben kosten darf. Hierfür analysiert die Autorin die Kostenobergrenzen in der Schweizerischen Rechtsprechung, insbesondere an der Rechtsprechung zum Medikament Myozyme. Neben der Vorstellung von Berechnungsmodellen wird ein kurzer Ausblick auf Kosten-Nutzwert-Analysen im Ausland geworfen, bevor abschliessend Kostenobergrenzen in anderen Bereichen skizziert werden.

Tagungsberichte
Nevin Dobmann
Nevin Dobmann
Naomi Dike
Naomi Dike
Abstract

Begriffsklärung, Krankenversicherung und Psychotherapie, Schnittstellen IV und KV bei Geburtsgebrechen, Invalidisierender Gesundheitsschaden in der beruflichen Vorsorge, Adäquanzproblematik in der Unfallversicherung, Gesundheitsvorbehalte, Fallbesprechung.

Rezension
Roland Pfäffli
Roland Pfäffli
Abstract

Kürzlich ist eine Freiburger Dissertation von Nadja D. Leuthardt erschienen, die sich mit der rechtsgeschäftlichen Untergemeinschaft im Stockwerkeigentum auseinandersetzt. Eine Vielzahl der gemeinschaftlichen Teile werden regelmässig nicht von sämtlichen, sondern nur von ausgewählten Stockwerkeigentümern genutzt, weshalb sich die Bildung von Untergemeinschaften empfiehlt.

Aus dem Bundesgericht
Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht heisst die Beschwerde der Betroffenen eines internationalen Amtshilfeersuchens in Steuersachen gut, das von der Russischen Föderation eingereicht worden war. Angesichts der aktuellen Umstände kann die Amtshilfe nicht gewährt werden. Russland steht es frei, ein erneutes Ersuchen zu stellen, das vor dem Hintergrund der dannzumaligen Situation zu prüfen sein wird. (Urteil 2C_219/2022)

Medienmitteilungen
Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 19. Februar 2025 das zweite Paket der Verordnungen zur Umsetzung des Bundesgesetzes über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien verabschiedet. Die neuen Regelungen – unter anderem zu den lokalen Elektrizitätsgemeinschaften und zu den Minimalvergütungen – treten am 1. Januar 2026 in Kraft.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat will die internationale Zusammenarbeit in Strafsachen stärken und die schlimmsten Verbrechen besser verfolgen, die sich gegen die Menschheit als Ganzes richten. Mit einem multilateralen Übereinkommen werden die Vertragsstaaten grundsätzlich verpflichtet, einander bei Völkerrechtsverbrechen Rechtshilfe zu leisten. An seiner Sitzung vom 19. Februar 2025 hat der Bundesrat die Vernehmlassung für die Genehmigung des Übereinkommens eröffnet. Weiter schlägt er vor, im schweizerischen Recht das Verbrechen der Aggression unter Strafe zu stellen.

Jurius
Abstract

Die bedingte Entlassung aus der lebenslangen Freiheitsstrafe soll künftig erstmals nach 17 Jahren überprüft werden können. Ausserdem soll beim Zusammentreffen von lebenslanger Freiheitsstrafe und Verwahrung der Vollzug klar geregelt werden. Diese Änderungen des Strafgesetzbuches (StGB) schlägt der Bundesrat im Auftrag des Parlaments in der Botschaft zur Reform der lebenslangen Freiheitsstrafe vor, die er an seiner Sitzung vom 19. Februar 2025 verabschiedet hat.

Jurius
Abstract

An der Sitzung vom 19. Februar 2025 hat der Bundesrat beschlossen, den neuen Vertrag der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) über geistiges Eigentum, genetische Ressourcen und assoziiertes traditionelles Wissen zu unterzeichnen. Dieser Vertrag regelt die Offenlegung der Herkunft von genetischen Ressourcen und des damit assoziierten traditionellen Wissens bei Patentanmeldungen. Er soll zur weltweiten Harmonisierung entsprechender nationaler Regelungen beitragen, was die Forschung und Innovation in diesem Bereich begünstigen soll. Gleichzeitig soll der Vertrag weltweit zu einem besseren Schutz der Biodiversität und des traditionellen Wissens indigener Völker beitragen. Die Schweiz kennt bereits seit 2008 eine solche Offenlegungspflicht im Patentgesetz.

Jurius
Abstract

Die Stelle der oder des Delegierten für wirtschaftliche Landesversorgung (WL) soll vom Nebenamt zum Vollamt aufgewertet werden. Das bedingt eine Revision der organisationsrechtlichen Grundlagen im Landesversorgungsgesetz. Der Bundesrat hat die Botschaft dazu an seiner Sitzung vom 19. Februar 2025 verabschiedet und beantragt dem Parlament eine Beratung im beschleunigten Verfahren.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. Februar 2025 dem Parlament die Botschaft zur Erweiterung des internationalen automatischen Informationsaustauschs in Steuersachen (AIA) übermittelt. Die Erweiterung betrifft den neuen AIA über Kryptowerte sowie die Änderung des Standards für den AIA über Finanzkonten und soll ab dem 1. Januar 2026 gelten.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat am 19. Februar 2025 die Botschaft zur Änderung des Zivildienstgesetzes verabschiedet. Er will mit sechs Massnahmen die Zulassungen zum Zivildienst senken. Damit wird auch der verfassungsrechtlichen Vorgabe Nachachtung verschafft, dass keine Wahlfreiheit zwischen Militärdienst und zivilem Ersatzdienst (Zivildienst) besteht.

Jurius
Abstract

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat am 21. Februar 2025 den Schlussbericht der Administrativuntersuchung zur Korrektur der AHV-Finanzperspektiven publiziert. Er enthält Vorschläge zur Verbesserung der Prozesse, Dokumentation und Qualitätskontrolle sowie der Ressourcen im Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Das BSV hat seit Sommer 2024 eine Reihe von Massnahmen ergriffen und viele der Vorschläge bereits umgesetzt. Das EDI und das BSV werden auf Grundlage des Berichts weitere Massnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die verschiedenen Berechnungsmodelle den hohen Anforderungen von Politik und Öffentlichkeit genügen.

Jurius
Abstract

An seiner Sitzung vom 19. Februar 2025 hat der Bundesrat ein im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) erstelltes Rechtsgutachten zur Verfolgung der Jenischen und Sinti zur Kenntnis genommen. Er anerkennt, dass die im Rahmen des «Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse» erfolgte Verfolgung der Jenischen und Sinti nach Massgabe des heutigen Völkerrechts als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» zu bezeichnen ist. Für das begangene Unrecht bekräftigt der Bundesrat gegenüber den Betroffenen die 2013 ausgesprochene Entschuldigung. Das EDI wird mit ihnen klären, inwiefern über die bereits ergriffenen Massnahmen hinaus noch Bedarf zur Aufarbeitung der Vergangenheit besteht.