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Liebe Leserinnen und Leser

Der Ablauf von Vertragsverhandlungen kann mittels eines Verhandlungsvertrags ex ante geregelt werden. Dr. iur. Nicolas Kuonen, LL.M., analysiert die gängigsten Bestimmungen eines solchen Vertrages, präzisiert dessen Geltungsbereich und gibt einen Überblick über die Verletzungsfolgen.

Entfaltet Spezialprävention bei Rückfalltätern eine Wirkung? Ist Strafgewissheit zur Abschreckung wichtiger als Strafhärte? Soll man die Länge der Freiheitsstrafen kurz halten? Die neue gesamtschweizerische Kriminalstatistik läutet zur Beantwortung der alten strafrechtlichen Fragen eine neue Ära ein. PD Dr. phil. Henriette Haas gibt einen Vorgeschmack auf die Analysen, die dank verbesserter Modelle mit diesen Daten möglich sein werden.

Seit dem 1. Juli 2008 stehen zur Bekämpfung von Fälschungen die Hilfeleistungen der Zollverwaltung in sämtlichen Bereichen des Immaterialgüterrechts einheitlich zur Verfügung. RA Matthias Ebneter, LL.M., befasst sich in seinem Beitrag mit der neuen Möglichkeit zur Beschlagnahme von Piraterieprodukten am Schweizer Zoll.

Nachdem bereits erfolglos gegen eine Firma aus Thailand beim Arbitration and Mediation Center der WIPO auf Übertragung der Domain ‹zermatt.com› geklagt worden ist, hat nun auch die Walliser Gemeinde Miège ihr Verfahren um die Domain ‹miege.net› verloren. Die Domain bleibt weiterhin in Privatbesitz. RA Dr. iur. Marco Bundi, LL.M., und RA Benedikt Schmidt zeigen auf, dass die Erlangung von Domainnamen mit geographischen Angaben mit erheblichen Risiken behaftet ist.

Die Schweiz gehört zu den ersten zwanzig Staaten, die den Kosovo nach dessen Unabhängigkeitserklärung anerkannt haben. Für einige erfolgte die Anerkennung zu früh. David Hofmann widmet sich der Frage, ob dieses Vorgehen aus Sicht des Neutralitätsrechtes zulässig ist und ob die Schweiz mit dieser Handlung ihre Pflichten als dauernd neutrales Land verletzt hat.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und einen guten Start in die neue Woche!

Freundliche Grüsse
 
Nils Güggi

Nicolas Kuonen
Abstract

Aufgrund eines kooperativen Antagonismus nehmen die Vertragsparteien im Verlaufe der Vertragsverhandlungen oft opportunistische Verhaltensweisen an, die der anderen Partei manchmal einen Schaden zufügen. Im Wissen um diese Situation können die Parteien übereinkommen, den Ablauf der Verhandlungen ex ante zu regeln, indem sie sich regelrechte wechselseitige Verpflichtungen auferlegen oder den Inhalt der allgemeinen vorvertraglichen Pflichten, die eine Haftung auslösen, ausbauen. Sie schliessen hierzu einen Verhandlungsvertrag ab. Der vorliegende Beitrag analysiert die gängigsten Bestimmungen eines solchen Vertrages, präzisiert deren juristischen Geltungsbereich und definiert die Sanktion ihrer Verletzung.

Henriette Haas
Henriette Haas
Abstract

Entfaltet Spezialprävention bei notorisch Rückfälligen irgendeine Wirkung? Ist Strafgewissheit für die Abschreckung wichtiger als Strafhärte? Soll man die Länge der Freiheitsstrafen tendenziell eher kurz halten? Führen drakonische Strafen für alle Intensivtäter zu weniger Kriminalität (general incapacitation)? Die neue gesamtschweizerische Kriminalstatistik läutet zur Beantwortung der alten strafrechtlichen Fragen eine neue Ära ein. Hier ein Vorgeschmack auf die Analysen, die dank verbesserter Modelle mit diesen Daten möglich sein werden.

Matthias Ebneter
Matthias Ebneter
Abstract

Schweizer Unternehmen sind immer häufiger Opfer von Nachahmern, insbesondere auf den europäischen und asiatischen Märkten. Die Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie schätzt den Schaden der Schweizer Wirtschaft jährlich auf zwei Milliarden Franken. Die Hilfeleistungen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) erlauben es, gefälschte Produkte schon an der Grenze aufzuhalten und damit Schaden zu verhindern.

Marco Bundi
Benedikt Schmidt
Abstract

Nachdem die Gemeinde Zermatt und Zermatt Tourismus erfolglos gegen eine Firma aus Thailand beim zuständigen World Intellectual Property Organization (WIPO) Arbitration and Mediation Center auf Übertragung der Domain «zermatt.com» klagten, hat nun auch die Walliser Gemeinde Miège ihr Verfahren um die Domain «miege.net» verloren. Die Domain bleibt damit weiterhin in Privatbesitz und der Gemeinde bleibt einzig der Weg über die ordentlichen Gerichte offen. Mit diesem Entscheid zeigt sich einmal mehr, dass die Erlangung von Domainnamen mit geographischen Angaben über das UDRP-Verfahren mit erheblichen Risiken behaftet ist.

David Hofmann
Abstract

Die Schweiz gehört zu den ersten zwanzig Staaten, die den Kosovo nach dessen Unabhängigkeitserklärung anerkannt haben. Ist dieses Vorgehen aus Sicht des Neutralitätsrechtes zulässig? Hat die Schweiz mit dieser Handlung ihre Pflichten als dauernd neutrales Land verletzt?

Jurius
Abstract

BGer – Laut Bundesgericht ist nicht zu beanstanden, dass Alleinstehende mit wenig Einkommen im Kanton Thurgau dreimal mehr Steuern zahlen als gleich viel verdienende Ehepaare. Gemäss dem Urteil ist ein Direktvergleich nur der Steuerlast wenig aussagekräftig.

Jurius
Abstract

BGer – Ein Berner Vater hat sich der Körperverletzung schuldig gemacht, indem er seiner fast 14-jährigen Tochter den Kopf kahl geschoren hat, um sie am weiteren Ausgehen zu hindern. Laut Bundesgericht liegt nicht nur eine Tätlichkeit vor.

Jurius
Abstract

BGer – Promiskuitives Verhalten verpflichtet zur Benutzung eines Präservativs. Ansonsten droht eine Verurteilung wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung aufgrund einer HIV-Übertragung. (dh)

Jurius
Abstract

BGer – Auch auf Umsätze aus dem Drogenhandel muss Mehrwertsteuer bezahlt werden. Laut Bundesgericht unterscheidet das Gesetz nicht zwischen legalen und illegalen Geschäften. Es hat die Beschwerden eines Zürcher Hanfladens abgewiesen.

Jurius
Abstract

BGer – Unachtsame Autofahrer dürfen beim Bundesgericht auf Milde hoffen. Laut einem Urteil hat ein Fahrzeuglenker die Verkehrsregeln nicht schwer verletzt, als er auf der Autobahn das Limit von 80 km/h übersehen und mit Tempo 137 km/h gefahren ist.

Jurius
Abstract

BGer – Die juristische Aufarbeitung des tödlichen Flossunfalls von 2001 auf der Rhone hat vor Bundesgericht ihr Ende gefunden. Es hat die Verurteilung eines Kantonsingenieurs wegen fahrlässiger Tötung und den Freispruch des Lagerleiters bestätigt.

Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht hat ein amerikanisches Urteil für die Schweiz als vollstreckbar erklärt, das den türkischen Uzan-Clan zu einer Schadenersatzzahlung von 2,13 Milliarden Dollar an den Telekom-Ausrüster Motorola verpflichtet.

Jurius
Abstract

BVGer – Die Schweiz zahlt den Angehörigen der Opfer des Flugzeugunglücks von Überlingen D ihren Anwalt für die Entschädigungsverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht. Auch auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hat das Gericht verzichtet.

Jurius
Abstract

BVGer – Die Marke «Leader» für Zigaretten erhält in der Schweiz keinen Markenschutz. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerde einer griechischen Firma abgewiesen.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat will vertieft abklären, ob im Bereich der organisierten Suizidhilfe spezifische gesetzliche Regelungen erforderlich sind. Ein umfassendes Aufsichtsgesetz steht aber nicht zur Diskussion. Der Bundesrat hat am 2. Juli 2008 das EJPD beauftragt, ihm anfangs 2009 Bericht zu erstatten.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 2. Juli 2008 die Unterzeichnung der Europaratskonvention gegen Menschenhandel beschlossen. Die Konvention zielt auf die Bekämpfung aller Formen von Menschenhandel auf inner- und zwischenstaatlicher Ebene. Sie setzt rechtliche Standards im Strafrecht, in der Opferhilfe, im Ausländerrecht sowie im prozessualen und ausserprozessualen Zeugenschutz. Mit der Umsetzung der Konvention soll auch die Prävention gestärkt und somit die Nachfrage eingedämmt werden.

Jurius
Abstract

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates (WAK-S) ist einstimmig auf die Botschaft des Bundesrates zum Systementscheid bei der Erschöpfung im Patentgesetz eingetreten. Sie hat erste Grundsatzentscheide gefällt und Berichte in Auftrag gegeben.

Jurius
Abstract

In seinem 15. Tätigkeitsbericht unterstreicht der eidgenössische Datenschutz und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB), dass die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen in Internet-Tauschbörsen unter Wahrung des Persönlichkeitsschutzes zu erfolgen hat. Er führt zudem die Bedingungen aus, unter welchen so genannte «schwarze Listen» angelegt werden dürfen, weist auf die Problematik im Umgang mit Handelsregisterdaten hin und gibt Ratschläge für die Verwendung der Internettelefonie.

Jurius
Abstract

Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) aktualisiert seine Werbe- und Sponsoringrichtlinien. Die Richtlinien sind auf dem Internet publiziert und erläutern die Praxis des BAKOM zu Fragen rund um Werbung und Sponsoring. Sie richten sich an Fachleute bei Radio und Fernsehen, denen sie als tägliches Arbeitsinstrument dienen sollen.

Jurius
Abstract

Die vorliegende Zusammenstellung beinhaltet alle schweizerischen Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Bundesrats- und Departementsverordnungen sowie einzelne Artikel, die im Juli 2008 in Kraft treten. Die einzelnen Erlasse und Änderungen können via Links direkt abgerufen werden.