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Liebe Leser*innen

Wie kann man Arbeitsverhältnisse flexibel beenden? Wie setzt man Änderungskündigung und Aufhebungsvereinbarung verantwortungsbewusst ein? Daniel Mitric, Matteo Brunone und Fabio Moor analysieren in Flexible Beendigung im Arbeitsrecht die rechtlichen Rahmenbedingungen, typische Anwendungsfälle und die Interessenlage beider Parteien.

Sergej Schenker kommentiert topaktuell in Kein Zustimmungserfordernis der Anteilseigner für einen Unternehmensverkauf in der Nachlassstundung das Urteil des Bundesgerichts 5A_53/2026 vom 4. Mai 2026.

Die Bilateralen III unterliegen klarerweise allein dem fakultativen Referendum des Volks, erläutert Thomas Cottier im Beitrag Das Staatsvertragsreferendum: Verfassungsrecht oder Spielball der Europapolitik? Die staatspolitische Kommission wird hierzu am nächsten Donnerstag, 11. Juni 2026, im Plenum beraten, die aussenpolitische Kommission hat für das Obligatorium Ablehnung empfohlen: Bilaterale III: Die APK-N lehnt eine Verfassungsänderung für die Genehmigung des Stabilisierungsteils ab.

Kann ein schweizerischer Zahlungsbefehl aus titelloser Betreibung als Entscheidung im Sinne von Art. 32 LugÜ gelten? Der Beitrag von Oliver Lücke ordnet das Gewicht eines schweizerischen Zahlungsbefehls ein: Er wird vom Betreibungsamt ohne materielle Prüfung der Forderung erlassen und seine Wirkung beschränkt sich auf die konkrete Betreibung.

Das Bundesgesetz über die Waffen erlaubt das Tragen einer Waffe in der Öffentlichkeit, sofern die betreffende Person das Vorliegen einer tatsächlichen Gefährdung glaubhaft machen kann. Wie wird eine Waffentragbewilligung im Hinblick auf diese Bedürfnisklausel in der Praxis erteilt? Der Beitrag La clause du besoin dans le permis de port d’armes en Suisse von Mathieu Romanens schenkt der Situation der Waffenhändler, einer Tätigkeit, die der Autor ausübt, besondere Aufmerksamkeit.

Verminderung von Haftschäden in der Untersuchungshaft von Alexander Vetterli analysiert die rechtlichen und rechtstatsächlichen Rahmenbedingungen der Untersuchungshaft. Dadurch werden mögliche Schädigungspotenziale des Haftsettings identifiziert, wobei deren bestmögliche Reduktion im Spannungsverhältnis von Strafverfolgung und Unschuldsvermutung am Beispiel der bereits umgesetzten Konzepte und noch laufenden Entwicklungsprojekte der Untersuchungsgefängnisse Zürich im Gefängnisalltag betrachtet werden.

Die Jusletter Redaktion und das Team von Weblaw wünschen eine anregende Lektüre.

Stephan Kilian

PS in eigener Sache: Welche juristische KI gibt die besten Antworten? Im Rahmen des Weblaw Forums (17. Juni in Zürich) laden wir die schweizerischen KI-Anbieter zur AI Legal Research Challenge ein. Ein transparenter Performance Check für alle, die jetzt in KI investieren möchten.

Wissenschaftliche Beiträge
Daniel Mitric
Daniel Mitric
Matteo Brunone
Fabio Moor
Fabio Moor
Abstract

Der Beitrag beleuchtet die flexible Beendigung von Arbeitsverhältnissen im Spannungsfeld zwischen Arbeitgeberinteressen und dem Schutz der Arbeitnehmenden. Im Zentrum stehen die Änderungskündigung und die Aufhebungsvereinbarung als Instrumente zur Anpassung oder Beendigung von Arbeitsverträgen. Die Autoren analysieren die rechtlichen Rahmenbedingungen, typische Anwendungsfälle und die Interessenlage beider Parteien. Abschliessend zeigen sie praxisnah auf, wie solche Situationen juristisch eingeordnet und gestaltet werden können.

Thomas Cottier
Thomas Cottier
Abstract

Das Erfordernis des Ständemehrs führt zu einer starken Ungleichbehandlung des Stimmrechts unter den Kantonen und bedarf daher einer klaren rechtlichen Grundlage. Diese fehlt für ein obligatorisches Behördenreferendum bei sog. Staatsverträgen von Verfassungsrang. Volk und Parlament haben eine Ausweitung des Staatsvertrags-referendums wiederholt abgelehnt. Vorgeschlagene Übergangsbestimmungen verletzen Gewaltenteilung und Vorrang des Völkerrechts. Die Bilateralen III unterliegen klarerweise allein dem fakultativen Referendum des Volks. Dieses ist legitimiert, endgültig zu entscheiden. Das Parlament muss die Verfassung wahren. Sie ist kein Spielball der Politik.

Oliver Lücke
Abstract

Die Rechtssache C-697/25 Appenzell wirft die Frage auf, ob ein schweizerischer Zahlungsbefehl aus titelloser Betreibung als Entscheidung im Sinne von Art. 32 LugÜ gelten kann. Der Beitrag verneint dies. Der Zahlungsbefehl wird vom Betreibungsamt ohne materielle Prüfung der Forderung erlassen. Seine Wirkung beschränkt sich auf die konkrete Betreibung; sie ersetzt keine richterliche Entscheidung über Bestand, Umfang oder Fälligkeit des Anspruchs. Art. 32 LugÜ erfasst Entscheidungen, nicht bloss nationale Vollstreckungsakte.

Mathieu Romanens
Mathieu Romanens
Abstract

Das Waffengesetz gestattet das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit, sofern der Betroffene das Bestehen einer tatsächlichen Gefährdung glaubhaft macht. Dies bezeichnet man als Bedürfnisklausel. Der vorliegende Beitrag stellt die Voraussetzungen und die Rechtsprechung zur Erteilung einer Waffentragbewilligung im Lichte dieser Bedürfnisklausel dar. Sodann wird diese Praxis einer kritischen Betrachtung unterzogen, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung und der Wirtschaftsfreiheit, wobei er der Situation der Waffenhändler besondere Aufmerksamkeit widmet, da der Autor selbst Inhaber einer Waffenhandelslizenz ist. (xf)

Alexander Vetterli
Abstract

Der vorliegende Beitrag analysiert die rechtlichen und rechtstatsächlichen Rahmenbedingungen der Untersuchungshaft. Dadurch werden mögliche Schädigungspotenziale des Haftsettings identifiziert, wobei deren bestmögliche Reduktion im Spannungsverhältnis von Strafverfolgung und Unschuldsvermutung am Beispiel der bereits umgesetzten Konzepte und noch laufenden Entwicklungsprojekte der Untersuchungsgefängnisse Zürich im Gefängnisalltag betrachtet wird. Dabei wird sowohl eine Literatur- als auch eine Rechtsprechungsanalyse bemüht.

Urteilsbesprechungen
Sergej Schenker
Abstract

Gegenstand dieser Urteilsbesprechung ist ein Leitentscheid des Bundesgerichts zum Nachlassstundungsrecht (BGer 5A_53/2026 vom 4. Mai 2026, zur Publikation vorgesehen). Im Zentrum steht die Frage, ob ein Gesellschafter der Nachlassschuldnerin gegen einen Ermächtigungsentscheid des Nachlassgerichts zur Veräusserung von Anlagevermögen (Art. 298 Abs. 2 SchKG) beschwerdelegitimiert ist. In diesem Zusammenhang klärt das Bundesgericht die umstrittene Frage, ob für solche Veräusserungen die Zustimmung der Anteilseigner erforderlich ist.

Aus dem Bundesgericht
Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht bestätigt die Verurteilung von vier ehemaligen Mitarbeitern der Gazprombank (Schweiz) wegen mangelnder Sorgfalt bei Finanzgeschäften. Sie haben trotz Auffälligkeiten nicht ausreichend abgeklärt, ob ein russischer Cellist und enger Vertrauter des russischen Präsidenten tatsächlich die wirtschaftlich berechtigte Person an den 2014 eröffneten Konten von zwei ausländischen Gesellschaften war. (Urteile 6B_942/2024, 6B_943/2024, 6B_944/2024 und 6B_948/2024)

Medienmitteilungen
Jurius
Abstract

Die totalrevidierte Patentverordnung ist in der Vernehmlassung auf breite Zustimmung gestossen. Der Bundesrat hat sie an seiner Sitzung vom 20. Mai 2026 gutgeheissen. Die Verordnung tritt zusammen mit dem geänderten Patentgesetz am 1. Januar 2027 in Kraft. Das neue Patentrecht führt zu mehr Rechtssicherheit und schlankeren Verfahren.

Jurius
Abstract

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA überführt zwei bestehende Rundschreiben über die Risikoverteilung bei Banken und Wertpapierhäusern in eine neue Verordnung. Sie erfüllt damit die Anforderung zur Stufengerechtigkeit der Regulierung nach Art. 7 Abs.1 des Finanzmarktaufsichtsgesetzes.

Jurius
Abstract

Totalrevision von drei Verordnungen zum Kartellgesetz

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat am 27. Mai 2026 Teilrevisionen von fünf Verordnungen im Energie- und einer im Strombereich genehmigt. Die Änderungen betreffen Effizienzanforderungen an Geräte, die Vergütung von eingespeistem Strom sowie Präzisierungen im Bereich Wasserkraft und Kernenergie. Die revidierten Verordnungen treten per 1. Juli 2026 in Kraft; die neuen Regeln zur Abnahmevergütung folgen per 1. Januar 2027.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 27. Mai 2026 bereits früher beschlossene Massnahmen mit einer Revision der Bundespersonalverordnung umgesetzt. Dazu gehören eine Reduktion beim Ferienanspruch oder der Treueprämie. Zudem enthält die Revision ergänzende Übergangsbestimmungen zum angepassten Lohnsystem und punktuelle Anpassungen an Bedürfnisse aus der Praxis.

Rechtsprechungsübersicht
Jurius
Abstract

Die Rechtsprechungsübersicht führt die zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenen Urteile des Schweizerischen Bundesgerichts vom 17. April bis und mit 16. Mai 2026 sowie die Urteile des EGMR mit Beteiligung der Schweiz auf. Neben Dossiernummer, Urteilsdatum, Abteilung/Kammer, Prozessgegenstand und Vorinstanz wird ein Hyperlink zum Originalentscheid und – sofern vorhanden – zur jeweiligen Mitteilung bzw. Besprechung in Jusletter und im dRSK wiedergegeben.