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Liebe Leser*innen

Im Lichte des bundesrätlichen Umsetzungsvorschlags in Bezug auf das neue Verhüllungsverbot gibt Benedict Vischer in seinem Beitrag einen Überblick über die drohenden Grund- und Menschenrechtseingriffe. Die einschlägige Rechtsprechung wird analysiert und deren selektive Beachtung durch den Bundesrat kritisiert. Der Autor thematisiert die Normkonflikte und argumentiert, dass mindestens den internationalen Menschenrechten Vorrang einzuräumen ist.

Am 1. Juli 2022 tritt die Änderung des ZGB in Kraft, mit der die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt wird. Die Reform sieht zudem vor, dass verheiratete Frauenpaare im Rahmen des FMedG von Samenspenden profitieren können. Clémence Gay beleuchtet die Auswirkungen der Änderung auf das Abstammungsrecht. Weiter erörtert sie die Schwierigkeiten bei der Anwendung von Art. 255a ZGB, in welchem die Entstehung des Kindesverhältnisses zwischen dem Kind und der Ehefrau seiner biologischen Mutter festgelegt ist.

Philipp Fischer und Deborah Hondius beschäftigen sich mit Art. 271 Ziff. 1 StGB (verbotene Handlungen für einen fremden Staat). Diese Bestimmung ist von grosser praktischer Bedeutung, wenn eine natürliche oder juristische Person mit Wohnsitz in der Schweiz an einem Zivilverfahren im Ausland beteiligt ist. Die Autorenschaft präsentiert einige Fallstricke, die vermieden werden sollten, um die sich aus Art. 271 Ziff. 1 StGB ergebenden Risiken zu mindern. Abschliessend werden verschiedene spezifische Situationen aufgezeigt, in denen in der Schweiz ansässige Personen dazu verpflichtet sein können, an einem im Ausland anhängigen Zivilverfahren teilzunehmen.

Seit Erscheinen der Vorauflage hat es verschiedene Gesetzesänderungen gegeben, die eine Überarbeitung und Ergänzung des bisherigen Basler Kommentars zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs erforderlich gemacht haben. Roland Pfäffli rezensiert die Kommentierung zum SchKG, die nun in dritter Auflage erschienen ist.

Wir wünschen eine lehrreiche und spannende Lektüre sowie einen guten Wochenstart!

Editions Weblaw

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Articles
Benedict Vischer
Benedict Vischer
Abstract

Das neue Verhüllungsverbot von Art. 10a BV und der bundesrätliche Umsetzungsvorschlag werfen zahlreiche Grund- und Menschenrechtsprobleme auf. Der Beitrag analysiert die drohenden Eingriffe und legt dar, dass diese in vielen Fällen nicht mit den betroffenen Garantien und der dazu ergangenen Judikatur zu vereinbaren sind. Unter diesen Umständen ist praxisgemäss zumindest den internationalen Menschenrechten Vorrang einzuräumen. Die Missachtung verfassungs- und völkerrechtlicher Bindungen wäre ein bedenklicher Paradigmenwechsel im Umgang mit Konflikten zwischen neuen Verfassungsregeln und der übrigen Rechtsordnung.

Clémence Gay
Abstract

Die Änderung des Zivilgesetzbuches, die die Ehe für alle erlaubt und die Samenspende im Rahmen des FMedG für verheiratete Frauenpaare öffnet, wird am 1. Juli 2022 in Kraft treten. Die Abstammung des aus einer solchen Spende hervorgegangenen Kindes von der Ehefrau seiner biologischen Mutter wird durch die Annahme der Elternschaft begründet werden. Nach einem kurzen Rückblick auf die Gesetzgebungsarbeiten und das derzeitige System der Abstammungsvermutung stellt die Autorin die Auswirkungen dieser Reform auf das Abstammungsrecht dar, analysiert insbesondere die Schwierigkeiten bei der Anwendung von Artikel 255a ZGB und schlägt Lösungen vor, um diesen Schwierigkeiten zu begegnen. (cs)

Philipp Fischer
Philipp Fischer
Deborah Hondius
Deborah Hondius
Abstract

When a Swiss individual or legal entity is involved in civil proceedings pending outside of Switzerland, the practical implications of Article 271 (1) of the Swiss Criminal Code (which precludes the conduct of so-called « public authority acts » on Swiss soil) are a frequent topic of interest. This contribution seeks (i) to provide an overview of the practice of the Swiss authorities as regards the scope of this Swiss statutory provision in the context of civil proceedings pending outside of Switzerland and (ii) to present our thoughts as regards the application of Article 271 (1) of the Swiss Criminal Code to specific fact patterns which may arise in the context of cross-border civil litigation.

Recension
Roland Pfäffli
Roland Pfäffli
Abstract

Der Basler Kommentar zum Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz ist aktuell in 3. Auflage erschienen. Die Herausgeber und Autoren haben es geschafft, mit wissenschaftlicher Gründlichkeit und dem gebotenen Blick für die Bedürfnisse der Anwender die zu besprechenden Artikel auszuleuchten. Dieser Kommentar bildet Gegenstand der vorliegenden Besprechung.

From the Federal Court
Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht hat bestätigt, dass ein in Georgien durch eine Leihmutter geborenes Zwillingspaar nur zum genetischen Wunschvater ein rechtliches Kindsverhältnis hat. Die genetische Wunschmutter muss ihre rechtliche Beziehung durch eine Stiefkindadoption herstellen. Solange bleibt die Leihmutter die amtlich anerkannte Mutter. (Urteil 5A_545/2020)

Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines heute 22-jährigen Irakers abgewiesen, der wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten verurteilt wurde. Den Landesverweis von fünf Jahren hat das Gericht bestätigt. (Urteil 6B_1037/2021)

Jurius
Abstract

BGer – Eine Mutter im Kanton Aargau muss ihren Sohn im Vorschulalter gegen ihren Willen impfen lassen. Das Bundesgericht hat ein Urteil des Obergerichts bestätigt. Der Vater und die Frau haben ein gemeinsames Sorgerecht – und bei Streit gilt die BAG-Empfehlung. (Urteil 5A_118/2022)

Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesverwaltungsgericht muss sich erneut mit dem Einsichtsbegehren eines Historikers in die Asylakte des verstorbenen kongolesischen Philosophen Mathieu Musey und dessen Familie auseinandersetzen. Das hat das Bundesgericht entschieden. Die Familie Musey wurde 1988 in einer umstrittenen Aktion in das damalige Zaire ausgeschafft. (Urteil 1C_117/2021)

Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesamt für Justiz hat unzureichend geprüft, ob die prekären Haftbedingungen in armenischen Gefängnissen der Auslieferung eines 60-Jährigen entgegenstehen. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Der Mann leidet an diversen Krankheiten und braucht regelmässig Medikamente. (Urteil 1C_116/2022)

Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht hat eine Beschwerde gegen das geplante Projekt zum Schutz der Stadt Sursee vor Hochwasser abgewiesen. Ein vom Vorhaben betroffener Landbesitzer kritisierte, das Projekt sei nicht zielführend und rechtfertige keine Enteignung. (Urteil 1C_553/2020)

Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht hat eine Beschwerde gegen den Neubau von zwei Hangars auf dem Flughafen Lugano-Agno abgewiesen. Da sie jederzeit zurückgebaut werden können, werde damit der zukünftige Flugbetrieb nicht vorweggenommen. (Urteil 1C_129/2021)

Jurius
Abstract

BGer – Die Betreiberin des Online-Nachrichtendienstes «Klein Report» erhält von der SMD Schweizer Mediendatenbank und der Swissdox keinen Schadenersatz für Texte, die die beiden Firmen in ihren Datenbanken erfasst und zum Verkauf angeboten haben. Dies hat das Bundesgericht entschieden. (Urteil 4A_527/2021)

From the Federal Administrative Court
Jurius
Abstract

BVGer – Der Nachrichtendienst hat einer Redaktorin der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens zu Recht keinen Zugang zu Akten des Bundesarchivs gewährt, die im Zusammenhang mit der Crypto-Affäre stehen. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. (Urteil A-5348/2020)

From the Federal Criminal Court
Jurius
Abstract

BStGer – Das Bundesstrafgericht hat die Verlängerung der Untersuchungshaft eines niederländischen Staatsbürgers bestätigt, der mit zwei Kilogramm Sprengstoff und verschiedenen verdächtigen Gegenständen in die Schweiz einreiste. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt ihn, den Überfall auf einen Bancomaten geplant zu haben. (Urteil BH.2022.5)

Media releases
Jurius
Abstract

Das Finanzierungssystem des Asylbereichs wird angepasst, um die Aufgaben der Betreuung, Sozialhilfe und Integrationsförderung möglichst optimal aufeinander abzustimmen. Die Umstellung erfolgt kostenneutral und vermeidet eine systematische Lastenverschiebung zwischen Bund und Kantonen. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 30. März 2022 die entsprechende Verordnung auf den 1. Januar 2023 in Kraft gesetzt.

Jurius
Abstract

Damit die Zivilstandsämter ab dem 1. Juli 2022 gleichgeschlechtliche Paare verheiraten und bereits eingetragene Partnerschaften in Ehen umwandeln können, hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 30. März 2022 drei Verordnungen angepasst.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat am 30. März 2022 beschlossen, den indirekten Gegenvorschlag der Bundesversammlung zur Volksinitiative «Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer (Korrektur-Initiative)» auf den 1. Mai 2022 in Kraft zu setzen. Mit der Umsetzung des Gegenvorschlags werden die Bewilligungskriterien von der Kriegsmaterialverordnung (KMV) ins Kriegsmaterialgesetz (KMG) überführt. Die Ausnahme für Exporte in Länder, die Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzen, wird gestrichen.

Jurius
Abstract

Die Schweizer Getreideernte ist aufgrund des kühlen und nassen Wetters im letzten Jahr deutlich tiefer als im Durchschnitt ausgefallen. Um die inländische Nachfrage nach Getreidearten wie Weizen, Roggen oder Dinkel decken zu können, hat der Bundesrat am 30. März 2022 die Erhöhung des Zollkontingents Brotgetreide um 40’000 Tonnen beschlossen.

Legislative overview
Jurius
Abstract

Die vorliegende Zusammenstellung beinhaltet alle schweizerischen Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Bundesrats- und Departementsverordnungen sowie einzelne Artikel, die im April 2022 in Kraft treten. Die einzelnen Erlasse und Änderungen können via Links direkt abgerufen werden.