Liebe Leserinnen und Leser,
Hier ist eine neue Schwerpunktausgabe zum Sportrecht, die im Jusletter erscheint und damit an die im vergangenen Jahr veröffentlichte Ausgabe (vom 23. Juni 2025, Link) anknüpft.
Die Veröffentlichung dieser neuen Schwerpunktausgabe bestätigt nicht nur die Bedeutung des Sportrechts, sondern auch die wichtige Rolle, die die Schweiz und das Schweizer Recht in diesem Umfeld spielen. Wie bereits die vorherige Ausgabe zielt auch diese Sonderausgabe darauf ab, jungen Autorinnen und Autoren, die sich für das Sportrecht interessieren, die Möglichkeit zu bieten, ihre Überlegungen zu aktuellen Themen darzulegen. So enthält diese Ausgabe vier Beiträge, die aus Masterarbeiten von Studierenden hervorgegangen sind, welche sich mit verschiedenen Themen des Sportrechts befassen und im Rahmen ihres universitären Studiums verfasst wurden.
Der erste Beitrag (verfasst von Nour Bader, Universität Genf) befasst sich mit dem Sportvermittlervertrag und dem Interessenkonflikt im Schweizer Recht sowie im Hinblick auf das FIFA-Reglement. Der zweite Beitrag (verfasst von Chloé Bertholet, Universität Lausanne) widmet sich den Persönlichkeitsverletzungen bei Dopingkontrollen. Der dritte Beitrag (verfasst von Léo Delaporte, Universität Genf) befasst sich mit der vorzeitigen Auflösung des Profi-Fussballervertrags und dem Begriff des wichtigen Grundes. Der letzte Beitrag (verfasst von Mélissandre de Warlincourt, Universität Genf) beleuchtet die Haftpflicht des Bergführers.
Die vorliegende Schwerpunktausgabe erscheint unter der gemeinsamen Schirmherrschaft der drei Unterzeichneten, die jeweils an den Universitäten Neuenburg, Lausanne und Genf lehren. Diese Partnerschaft spiegelt die Komplementarität und Vielfalt der Aktivitäten und Fachkenntnisse im Sportrecht im juristischen Hochschulraum der Romandie wider. Die Unterzeichneten eröffnen mit dieser und künftigen Ausgaben allen im Sportrecht tätigen und interessierten (jungen) Autorinnen und Autoren ein Publikationsforum. Für ihre wertvolle Unterstützung bei der Veröffentlichung dieser Schwerpunktausgabe danken sie Herrn Valentin Kaufmann und Herrn Pierre Falbriard, Assistenten an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Genf, herzlich.
Prof. Antonio Rigozzi (Universität Neuenburg)
Prof. Marjolaine Viret (Universität Lausanne)
Prof. Jacques de Werra (Universität Genf)
Abstract
Angesichts der Professionalisierung des Fussballs und der zunehmenden finanziellen Bedeutung wirft die Rolle der Sportvermittler erhebliche Probleme im Zusammenhang mit Interessenkonflikten auf. Die vorliegende Arbeit untersucht das Verbot der Doppelvertretung im Sportvermittlervertrag vor dem Hintergrund des Schweizer Rechts und des FIFA-Reglements über Fussballagenten (FFAR). Die Autorin analysiert das Zusammenspiel zwischen staatlichem Recht und sportrechtlichen Vorschriften, zeigt die Grenzen des derzeitigen Rechtsrahmens auf und schlägt Verbesserungsansätze vor, die darauf abzielen, den Schutz der Spieler zu stärken und gleichzeitig ein faires Funktionieren des Vermittlermarktes zu gewährleisten.
Abstract
Die Dopingbekämpfung ist ein zentrales Anliegen zur Wahrung der Integrität und Fairness des Sports. Gleichwohl erlegen die Anti-Doping-Kontrollen den Athletinnen und Athleten erhebliche Einschränkungen auf und können ihre Persönlichkeitsrechte beeinträchtigen. Die vorliegende Arbeit analysiert die Vereinbarkeit zwischen dem Anti-Doping-System und dem Schutz dieser Rechte im Lichte des internationalen und des Schweizer Rechts, sowie unter Berücksichtigung der durch die für 2027 vorgesehene Revision des Welt-Anti-Doping-Codes eingeführten Entwicklungen. (xf)
Abstract
Der vorliegende Beitrag untersucht die Verzahnung von schweizerischem Arbeitsrecht und internationalem Sportrecht im Kontext der vorzeitigen Auflösung des Profi-Fussballervertrags. Nach Analyse der Vertragsqualifikation sowie der Voraussetzungen der fristlosen Auflösung gemäss Art. 337 OR setzt die Verfasserin dieses Regelungsgefüge den Bestimmungen des FIFA-Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern (RSTP) sowie der Rechtsprechung ordentlicher und sportgerichtlicher Instanzen gegenüber. Der Beitrag arbeitet damit heraus, inwiefern der Begriff des triftigen Grundes den Eigenheiten des Profifussballs angepasst wird. (xf)
Abstract
Die Verfasserin untersucht die Haftpflicht des Bergführers nach schweizerischem Recht unter Berücksichtigung der den Bergsportarten innewohnenden Gefahren sowie deren Übernahme durch die Kundschaft. Die Analyse durchleuchtet die vertraglichen und deliktischen Haftungsgrundlagen sowie die materiellen Haftungsvoraussetzungen und die einschlägigen Berufsklauseln. Ein rechtsvergleichender Exkurs zum deutschen und österreichischen Recht dient der Kontextualisierung der hierzulande gewählten Lösungsansätze. Abschliessend wird die Rolle der Haftpflichtversicherung bei der Regulierung von Unfällen und Schadensereignissen beleuchtet. (xf)
Abstract
BGer – Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat mit den zwischen dem 14. Februar 2024 und dem 14. Mai 2024 ausgestrahlten Fernsehbeiträgen über die Proteste an amerikanischen und schweizerischen Universitäten im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg nicht gegen das rundfunkrechtliche Vielfaltsgebot von Art. 4 Abs. 4 RTVG verstossen. (Urteil 2C_313/2025)
Abstract
Der Bundesrat hat am 2. September 2026 die Vernehmlassung zur AP30+ eröffnet. Er will mit der Agrarpolitik ab 2030 (AP30+) die Ernährungssicherheit der Schweiz erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der unternehmerische Handlungsspielraum der Landwirtinnen und Landwirte erweitert sowie die Wertschöpfung und die Ressourceneffizienz gestärkt werden. Gleichzeitig soll die Landwirtschaft zusammen mit den Lebensmittelverarbeitern, dem Detailhandel und den Konsumentinnen und Konsumenten mehr Verantwortung für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft übernehmen. Die Vernehmlassung dauert bis am 8. Dezember 2026.
Abstract
Die kantonalen Betreibungsämter sollen ihre statistischen Daten im Zusammenhang mit der Nutzung der Plattform für das elektronische Betreibungswesen neu jeweils bereits bis zum 30. September übermitteln. Dies stellt sicher, dass den Kantonen die Gebühren für die Nutzung von eSchKG für das laufende Geschäftsjahr rechtzeitig in Rechnung gestellt werden können. Die revidierte «Verordnung des EJPD über die elektronische Übermittlung im Betreibungswesen» tritt per 15. September 2026 in Kraft.
Abstract
Das Freihandelsabkommen zwischen den Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA (Schweiz, Island, Liechtenstein, Norwegen) und der Republik Kosovo tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft. Der Bundesrat hat am 2. September 2026 die notwendigen Verordnungsänderungen zur Umsetzung der im Abkommen vereinbarten Zollkonzessionen beschlossen.
Abstract
Die vorliegende Zusammenstellung beinhaltet alle schweizerischen Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Bundesrats- und Departementsverordnungen sowie einzelne Artikel, die im September 2026 in Kraft treten. Die einzelnen Erlasse und Änderungen können via Links direkt abgerufen werden.
Jusletter