Liebe Leserinnen und Leser
 
Im Juli 2007 machte sich ein gutes Dutzend Armeeangehörige trotz erheblicher Lawinengefahr zu einer Bergtour an der Jungfrau auf. Eine der zwei Seilschaften wurde prompt von einer Lawine erfasst und in den Tod gerissen. Aus Anlass des heute beginnenden Militärstrafprozesses wegen fahrlässiger Tötung stellt Viktor Laube einige Überlegungen zum «Jungfrau-Drama» an und zeigt in der strafrechtlichen Theorie bestehende Feinheiten auf, um die Vielschichtigkeit juristischer Abwägung und Würdigung darzulegen. Das Urteil wird für Freitag erwartet.
 
Die aktuell im SchKG enthaltenen Sicherungsmassnahmen bergen vier Ungleichheiten zwischen den Gläubigern. Diese konnten mittels Anpassung des SchKG an das revidierte Lugano-Übereinkommen bzw. Schaffung eines neuen Arrestgrundes teilweise beseitigt werden. Dr. Charles Jaques bietet weitere Vorschläge für eine Gesetzesanpassung im SchKG zur Verbesserung der Sicherungsmassnahmen. So würde die (Wieder-)Einführung der provisorischen Pfändung vor der (definitven) Rechtsöffnung, wie sie auch schon in Gesetzgebungsprojekten aus dem vorletzten Jahrhundert enthalten war, die Korrektur der Ungleichheiten erlauben und ein Einhergehen von SchKG und LugÜ ermöglichen.
 
Dass Vater und Sohn beim selben Doktorvater promovieren, ist speziell und durchaus erwähnenswert. Die von Dr. Roland Pfäffli besprochene Dissertation von (Sohn) Matthias Inderkum «Schadenersatz, Genugtuung und Gewinn­herausgabe aus Persönlichkeitsverletzung» stellt aber auch unabhängig von dieser Besonderheit eine solide aktuelle Arbeitshilfe bei Persönlichkeitsverletzungen dar und kann als wichtiger und zuverlässiger Ratgeber empfohlen werden.
 
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und einen guten Start in die neue Woche.
 
     
Nils Güggi    Thomas Schneider
Verlagsleiter Weblaw AG    Projektleiter Jusletter