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Liebe Leserinnen und Leser

Mit den terroristischen Gewaltakten der jüngeren Zeit rücken auch Problematiken wie die Gewaltdarstellungen und die Unterstützung krimineller Organisationen in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden. Julien Gafner macht eine Bestandsaufnahme der internationalen und nationalen Bestimmungen zur Terrorismusbekämpfung und zeigt die Herausforderungen im Umgang mit den neuen Bedrohungssituationen auf.

Die Bestrebungen zur Modernisierung des Familien- und Erbrechts sollten nach Ansicht von Bettina Lienhard auch dazu genutzt werden, die Abgeltungsansprüche aus unentgeltlichen Betreuungsleistungen zwischen nahestehenden Personen zu regeln. Sie schlägt sowohl eine Bestimmung zur Betreuungsentschädigung im Familienrecht als auch ein gesetzliches Betreuungsvermächtnis oder einen Ausgleichungsanspruch der gesetzlichen Erben vor.  

Andreas Güngerich geht ausgewählten Fragen zum Bestellerkonkurs nach und bespricht insbesondere das Wahlrecht der Konkursverwaltung, in Verträge einzutreten, die zur Zeit der Konkurseröffnung nicht oder nur teilweise erfüllt sind, und diese anstelle des Schuldners zu erfüllen. Dazu zieht er das Urteil des Bundesgerichts 5A_823/2015 vom 23. März 2017 bei, in dem die Rechtswirkung des Nichteintritts umstritten war.

Obwohl Australien und die Schweiz weit voneinander entfernt sind, verbinden die Länder die demokratischen und rechtsstaatlichen Grundwerte und der Föderalismus. Die rechtsvergleichende Betrachtung von Ivo von Arx zeigt, dass der Föderalismus in Australien und der Schweiz auch Unterschiede aufweist. In beiden Ländern ist jedoch eine zunehmende Machtverschiebung hin zur Zentralregierung festzustellen.

Roland Pfäffli stellt das Handbuch Kindes- und Erwachsenenschutz vor. Auf 1‘100 Seiten tragen 29 Autorinnen und Autoren Expertenwissen für die Praxis zusammen und liefern damit einen grossen sachdienlichen Mehrwert für die Arbeit von Behörden, Anwältinnen und Anwälten aber auch Sozialarbeitenden.

 

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und einen guten Start in die neue Woche.

 
Leiterin Jusletter
Simone Kaiser
Verlagsleiterin Editions Weblaw
Beiträge
Julien Gafner
Abstract

Der Terrorismus ist Teil der täglichen Realität. Zahlreiche Regionen der Welt sind betroffen, auch die westlichen Länder. Es ist daher angezeigt, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. Auf eine kurze Bestandsaufnahme der gesetzlichen Bestimmungen werden, mit Augenmerk auf das Schweizer Strafrecht, die bestehenden Massnahmen aufgezeigt und ausgewählte Aspekte behandelt, etwa zum Erfordernis neuer Strafbestimmungen, zur angemessenen Bestrafung und zur Finanzierung des Terrorismus vor dem Hintergrund des Kampfes gegen die Geldwäscherei. (as)

Bettina Lienhard
Abstract

Betreuungsleistungen zwischen nahestehenden Personen bei Krankheit, Behinderung und Gebrechlichkeit sind von grossem volkswirtschaftlichen Nutzen und für einen funktionierenden Sozialstaat insbesondere angesichts der demografischen Alterung und des Fachkräftemangels im Gesundheitsbereich von wesentlicher Bedeutung. Bis anhin wird diese Form der Nahestehendenarbeit im Zivilrecht jedoch kaum berücksichtigt. In diesem Beitrag fasst die Autorin einen Teil der Erkenntnisse zur Rechtslage de lege ferenda ihrer Dissertation zusammen, in welcher sie familien- und erbrechtliche Abgeltungsansprüche bei Betreuungsleistungen zwischen nahestehenden Personen und Bekannten behandelt.

Andreas Güngerich
Andreas Güngerich
Abstract

Wird über einen Besteller eines Werkes der Konkurs eröffnet, so stellt sich die Frage, welche Rechte und Pflichten dem Unternehmer zukommen. Der Beitrag beleuchtet einige ausgewählte Fragen des Bestellerkonkurses. Anlass dazu gibt das Urteil des Bundesgerichts 5A_823/2015 vom 23. März 2017. Das Bundesgericht hat damit eine von einer Konkursmasse geführte Beschwerde in Zivilsachen beurteilt und zu wichtigen Aspekten des Bestellerkonkurses Stellung genommen.

Essay
Ivo von Arx
Ivo von Arx
Abstract

Australien und die Schweiz sind föderalistische Staaten. Der Föderalismus prägt in beiden Ländern in bedeutender Weise Abläufe, Prozesse und das politische Leben. Auch wenn Australien und die Schweiz einige Gemeinsamkeiten haben, bestehen hinsichtlich des Föderalismus gewichtige Unterschiede, wie die vergleichende Betrachtung zeigt.

Rezension
Roland Pfäffli
Roland Pfäffli
Abstract

Das Kindes- und Erwachsenenschutzrecht ist am 1. Januar 2013 in Kraft getreten. Für die Rechtsanwendung in der Praxis ist ein umfassendes Handbuch von ausgewiesenen Fachexperten erschienen. Dieses Buch bildet die Grundlage für die vorliegende Buchbesprechung.

Aus dem Bundesgericht
Jurius
Abstract

BGer – Zwei Cousins haben an Silvester 2013 in Münchwilen (AG) vier Feuerwerksraketen gezündet und damit einen Hausbrand verursacht. Weil nicht klar ist, wer die brandverursachende Rakete abschoss, wird niemand verurteilt. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der beiden Männer gutgeheissen. (Urteil 6B_360/2016 und 6B_361/2016)

Jurius
Abstract

BGer – Sie hatten sich online kennengelernt und dreimal zu Schäferstündchen getroffen. Als er Schluss machte, liess sie ihm keine Ruhe. Bezirks- und Obergericht Zürich verurteilten eine Stalkerin bereits wegen Nötigung. Das Bundesgericht hat die Urteile nun bestätigt. (Urteil 6B_212/2017)

Jurius
Abstract

BGer – Eine Bank mit Sitz in Zürich darf Daten über einen leitenden Angestellten nicht an die US-Steuerbehörden herausgeben. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Bank abgewiesen und somit die Interessen des betroffenen Mitarbeiters geschützt. (Urteil 4A_73/2017)

Medienmitteilungen
Jurius
Abstract

Am 1. September 2017 treten in der EU sowie in der Schweiz neue Abgasvorschriften für Personenwagen in Kraft. Diese schliessen Lücken in der bisherigen Abgasgesetzgebung und werden dafür sorgen, dass insbesondere Dieselfahrzeuge merklich sauberer werden, vor allem, was deren Stickoxidausstoss angeht – sie erlauben allerdings auch, bisherige Fahrzeuge noch eine Zeit lang weiter zu verkaufen. Die Empa empfiehlt, Diesel-Personenwagen nur dann zu kaufen, wenn sie nach Euro 6d-TEMP oder Euro 6d zugelassen sind.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 16. August 2017 das Nachrichtendienstgesetz auf den 1. September 2017 in Kraft gesetzt. Gleichzeitig hat er das Ergebnis des Vernehmlassungsverfahrens zum dazugehörigen Verordnungsrecht zur Kenntnis genommen und die Verordnung über den Nachrichtendienst, die Verordnung über die Informations- und Speichersysteme des Nachrichtendienstes des Bundes und die Verordnung über die Aufsicht über die nachrichtendienstlichen Tätigkeiten verabschiedet. Die drei Verordnungen treten mit dem Gesetz in Kraft.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 16. August 2017 beschlossen, die Änderung des Finanzkontrollgesetzes auf den 1. Januar 2018 in Kraft zu setzen. Damit werden auf der Seite der Eidgenössischen Finanzkontrolle die Konsequenzen aus dem gescheiterten Informatikprojekt INSIEME gezogen.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 16. August 2017 beschlossen, eine Änderung des Steuerharmonisierungsgesetzes beim Besteuerungsort von Maklerprovisionen aus Immobiliengeschäften auf den 1. Januar 2019 in Kraft zu setzen.