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Liebe Leserinnen und Leser

Ende 2008 hat das Bundesgericht gleich mehrere Urteile im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit gefällt. RA Dr. iur. Diana Akikol gibt einen thematisch gegliederten Überblick über die neuen Entscheide. Behandelt werden sowohl die interne als auch die internationale Schiedsgerichtsbarkeit, innerhalb dieser die Voraussetzungen für die Zulässigkeit einer Beschwerde an das Bundesgericht sowie die Beschwerdegründe nach Art. 190 IPRG und Art. 95 BGG.
Noch bis zum 31. Juli 2009 läuft die Vernehmlassung für den Vorentwurf zur Totalrevision des Versicherungsvertragsgesetzes. RA Dr. iur. Eugénie Holliger-Hagmann bemängelt die darin vorgesehenen Regeln für Versicherungsagenten und unabhängige Versicherungsmakler, welche in Teilaspekten voneinander abweichen. Die Autorin schlägt vor, die Ausrichtung und die Entgegennahme von Retrozessionen im Vermögensverwaltungs- und Versicherungsmaklergeschäft als widerrechtlich zu erklären.
Besteht im Gesundheitsbereich ein Anspruch von Patientinnen und Patienten auf Übersetzung? Wer hat gegebenenfalls für die entsprechenden Kosten aufzukommen? Prof. Dr. iur. Jörg Künzli und RA Dr. iur. Alberto Achermann beantworten in Ihrem Beitrag die beiden aufgeworfenen Fragen, welche sich angesichts der migrationsbedingt steigenden Anzahl von Patientinnen und Patienten ohne Kenntnisse der lokalen Amtssprache vermehrt stellen.
Die Menschenwürde steht im Grundrechtskatalog der schweizerischen Bundesverfassung an erster Stelle. Trotzdem scheint niemand genau zu wissen, was der Begriff eigentlich meint und die rechtliche Betrachtung drehte sich bisher vorwiegend um Verletzungstatbestände. Abhilfe schafft hier ein neuer, von Gerd Brudermüller und Kurt Seelmann herausgegebener Sammelband, der sich mit Begründung, Konturen und Geschichte der Menschenwürde befasst. Dr. iur. Lorenz Engi rezensiert diesen.
Wir wünschen Ihnen frohe Ostern und freuen uns darauf, Sie am 20. April 2009 zur nächsten Ausgabe von Jusletter begrüssen zu dürfen.
                     
Nils Güggi   Daniel Hürlimann
Verlagsleiter Weblaw AG
Jörg Künzli
Alberto Achermann
Alberto Achermann
Abstract

Angesichts der migrationsbedingt steigenden Anzahl von Patientinnen und Patienten ohne Kenntnisse der lokalen Amtssprache gefährden Kommunikationsschwierigkeiten im Gesundheitswesen vermehrt den Behandlungserfolg. Daher steigt auch in Spitälern und Arztpraxen das Bedürfnis nach Dolmetscherdienstleistungen. Der folgende Beitrag untersucht, ob sich der geltenden Rechtsordnung ein Recht auf Übersetzung im Gesundheitswesen entnehmen lässt und wer allenfalls diese Dienstleistung zu bezahlen hätte.

Eugénie Holliger-Hagmann
Eugénie Holliger-Hagmann
Abstract

Ein fälschlicherweise als «Entwurf» bezeichneter Vorentwurf zur Totalrevision des über hundertjährigen Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) befindet sich bis 31. Juli 2009 in Vernehmlassung. Die darin vorgesehenen Regeln für Versicherungsagenten und unabhängige Versicherungsmakler weichen in Teilaspekten ohne Begründung voneinander ab. Überdies sind die Spielregeln für die Makler in sich widersprüchlich und rufen nach Klärung.

Diana Akikol
Abstract

Das Bundesgericht hat Ende 2008 eine Reihe neuer Entscheide im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit gefällt. Der nachfolgende Artikel fasst diese Urteile in geraffter Form und thematisch gegliedert zusammen. Die Urteile bestätigen im Wesentlichen die bisherige Praxis zu den Eintretensvoraussetzungen der Beschwerde an das Bundesgericht und der Begründetheit der Beschwerde. Bestätigt wurde sodann die neuere Praxis, wonach der gesetzliche Suspensiveffekt eines Rechtsmittels gegen den ausländischen Schiedsentscheid dessen Anerkennung in der Schweiz nicht hindert. Verschärft wurden demgegenüber die Anforderungen an die Unparteilichkeit der Schiedsrichter.

Lorenz Engi
Abstract

Ein aktueller Sammelband befasst sich mit der Menschenwürde. Er lässt die Komplexität dieser Idee deutlich werden.

Jurius
Abstract

BGer – Ein weggewiesener Afrikaner erhält neben der Nothilfe in Naturalform kein Sackgeld. Der seit fünf Jahren in der Schweiz lebende Mann hatte sich vor Bundesgericht vergeblich auf das Recht auf ein menschenwürdiges Dasein berufen (BGE 8C_681/2008).

Jurius
Abstract

BGer – Siebeneinhalb Jahre hat das Bundesamt für Justiz (BJ) benötigt, um einen Rechtshilfefall zu erledigen. Das Bundesgericht fordert den Bundesrat auf, dafür zu sorgen, dass sich eine solch schwer wiegende Verzögerung nicht wiederholt (Urteil 1A.1/2009).

Jurius
Abstract

BGer – Ein ehemaliger Funktionär des Vormundschaftsamtes bekommt definitiv sieben Jahre Freiheitsentzug aufgebrummt. Das Bundesgericht hat seine Beschwerde abgewiesen und den 59-Jährigen für schuldig befunden, mehr als eine Million Franken von Konten seiner Mündel veruntreut zu haben (Urteil 6B_42/2009). (ts)

Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht hat eine umstrittene neue Bestimmung zur Festlegung der Gerichtsgebühren im Kanton Zürich abgesegnet. Auf welche Fälle die Regelung in der Praxis künftig angewendet werden darf, steht damit noch nicht eindeutig fest (Öffentliche Beratung im Verfahren 2C_110/2008).

Jurius
Abstract

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) hat eine Beschwerde gegen den in der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens ausgestrahlten Beitrag «Skandal um Pflegekind» gutgeheissen. Es ging dabei um die Ergebnisse von aufsichtsrechtlichen Abklärungen im Zusammenhang mit der Platzierung eines Pflegekindes. Die UBI ist zum Schluss gekommen, dass der Beitrag das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt hat.

Jurius
Abstract

Per 1. Februar 2009 wurden in Kapitel 2, 1. Abschnitt des Geldwäschereigesetzes (GwG) neue Sorgfaltspflichten eingeführt.

Jurius
Abstract

Am 31. März 2009 ist im Bundesblatt die Botschaft zum revidierten Übereinkommen von Lugano über die gerichtliche Zuständigkeit, die Anerkennung und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 30. Oktober 2007 erschienen.

Jurius
Abstract

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates (WAK-S) hat die Beratungen zur Mehrwertsteuerreform aufgenommen. Hinsichtlich nichtgewinnstrebiger Organisationen und der Regeln für den Verzicht auf die Befreiung der Steuer hat sie vom Nationalrat abweichende Vorentscheide getroffen.

Jurius
Abstract

Die vorliegende Zusammenstellung beinhaltet alle schweizerischen Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Bundesrats- und Departementsverordnungen sowie einzelne Artikel, die im April 2009 in Kraft treten. Die einzelnen Erlasse und Änderungen können via Links direkt abgerufen werden.