Liebe Leserinnen und Leser
| Simone Kaiser |
| Leiterin Jusletter |
Abstract
Das familienrechtliche Verfahren wird durch die neue Schweizer ZPO in den Artikeln 271-307 geregelt. Darin werden die drei familienrechlichen Verfahren definiert: das eherechtliche (Eheschutzmassnahmen, Scheidung) und das kindsrechtliche Verfahren sowie jenes bei eingetragenen Partnerschaften. Die Bestimmungen ergänzen damit die drei Basisverfahren der neuen ZPO, nämlich das ordentliche, das vereinfachte und das summarische Verfahren. Kurz gesagt: Sie nehmen das Prozessrecht des ZGB und Partnerschaftsgesetzes wieder auf. (ng)
Abstract
Publikumsgesellschaften sind immer wieder Ziel öffentlicher Übernahmen. Verwaltungsrat und Aktionäre wollen eine aus ihrer Sicht feindliche Übernahme häufig verhindern. Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit der Generalklausel von Art. 29 Abs. 3 BEHG i.V.m. Art. 37 UEV, wonach Abwehrmassnahmen der Zielgesellschaft unzulässig sind, welche offensichtlich das Gesellschaftsrecht verletzen. Auch die Funktion der Übernahmekommission und deren Kognition sowie die Aufgabenkompetenz des Verwaltungsrats und der Generalversammlung nach Aktien- und Börsenrecht kommen zur Sprache.
Abstract
Wann beginnt beim Antritt einer neuen Stelle die Deckung in der obligatorischen Unfallversicherung? Der Autor kritisiert die vom Bundesgericht neulich bestätigte Rechtsprechung. Denn unfallversicherungsrechtliche Laien müssen unter Umständen mit einer bösen Überraschung rechnen.
Abstract
Der Bundesbeschluss vom 11. Dezember 2009 über die Genehmigung und Umsetzung des revidierten Lugano Übereinkommens ändert neben dem IPRG und der ZPO vor allem auch das SchKG. Als Sicherungsmittel für Geldforderungen gestützt auf eine Vollstreckbarerklärung gemäss rev. LugÜ wird der Arrest bestimmt. Zudem kann künftig auch für vollstreckbare Schweizer Entscheide ein Arrest verlangt werden. Allgemein kann ein Arrest sowohl vom Gericht am Ort des Vermögens als auch an einem sonstigen Betreibungsort angeordnet werden. Das Gericht kann schweizweit Vermögen verarrestieren. Der Artikel gibt einen Überblick über die Änderungen und nimmt Stellung zu vielen strittigen Fragen.
Abstract
Die öffentliche Hand beansprucht für ihre Bauwerke seit je her landwirtschaftliches Kulturland. Der Erwerb von Grundstücken ausserhalb von Bauzonen wird allerdings durch das bäuerliche Bodenrecht stark eingeschränkt. Der vorliegende Aufsatz zeigt die Möglichkeiten und Grenzen für den Landerwerb durch das Gemeinwesen oder seine Anstalten aus Sicht des bäuerlichen Bodenrechts auf. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem für die Revitalisierung von Gewässern und für den Hochwasserschutz erforderlichen Landbedarf.
Abstract
BGer – Nachdem einem jungen Solothurner wegen eines Selbstunfalls der Führerausweis auf Probe und der Lernfahrausweis für zwei Monate entzogen worden waren, verursachte er wenig später einen weiteren Selbstunfall. Die Folge: Der Ausweis auf Probe wurde annulliert. (BGE 1C_542/2009)
Abstract
BGer – Autofahrer dürfen auch nicht über das Handy vor Verkehrskontrollen gewarnt werden. Mit dieser Feststellung stützt das Bundesgericht die Waadtländer Justiz. Diese hatte es 2007 einer Firma in Morges untersagt, ein Warnsystem via Handy anzubieten. (Urteil 6B_139/2010)
Abstract
BGer – Ein Schlangenhalter aus Volketswil ZH ist vor Bundesgericht gescheitert: Er bekommt seine 105 giftigen Tiere nicht zurück. Das Zürcher Veterinäramt hatte ihm die Haltebewilligung entzogen und sämtliche Tiere beschlagnahmt. Dagegen wehrte sich der Mann. (Urteil 2C_829/2009)
Abstract
BGer – Das jurassische Veterinäramt darf von einem Hundehalter nicht verlangen, dass dieser einen höheren Zaun um sein Haus zieht: Gemäss einem Urteil des Bundesgerichts fehlt für eine solche Auflage die rechtliche Grundlage, auch wenn der Hund Passanten gebissen hat. (Öffentlicher Entscheid im Verfahren 2C_49/2010)
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BGer – Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Berner Drogisten gegen das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic abgewiesen. Im Streit geht es um die Abgrenzung, welche Produkte Apotheken, Drogerien und Grossverteiler verkaufen dürfen. (Urteil 2C_767/2009)
Abstract
BGer – Kindertagesstätten in Wohnzonen sind zulässig. Laut Bundesgericht ist es den Nachbarn zuzumuten, den Lärm spielender Kinder zu dulden. Das Gericht hat die Beschwerde von zwei Anwohnern der Kindertagesstätten des Kantonsspitals in Aarau abgewiesen. (Urteil 1C_148/2010)
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BGer – Die Genfer Gerichte sind in einer Streitigkeit zwischen Margherita Agnelli de Pahlen und zwei Gesellschaften, die das Vermögen ihres Vaters verwalteten, zuständig. Der Bundesgerichtentscheid ist ein Sieg für die älteste Tochter des «Avvocato», dem ehemaligen Leiter der Fiat Gruppe. (BGE 4A_293/2010) (bb)
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BVGer – Knapp neun Jahre nach der Tötung des Wirts eines asiatischen Restaurants in Aarau wird ein an der Tat beteiligter Chinese ausgeschafft. Das Bundesverwaltungsgericht hat seine Beschwerde gegen das Bundesamt für Migration (BFM) abgewiesen. (Urteil C-352/2008)
Abstract
BStGer – Das Bundesstrafgericht hat die Berner Steuerverwaltung gerügt. Die Behörde wird von den Richtern in Bellinzona formell verpflichtet, die bisher erfolglos eingeforderten Steuerdaten eines Angeschuldigten herauszugeben. (Urteil BG.2010.11)
Abstract
Zum Ausgleich der Folgen der kalten Progression passt das EFD die Tarife und die Abzüge bei der direkten Bundessteuer der Teuerung an. Die entsprechenden Verordnungsänderungen führen ab dem Jahr 2011 zu Steuererleichterungen vor allem für Verheiratete und Familien mit Kindern.
Abstract
Die Rechtsprechungsübersicht führt die zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenen Urteile des Schweizerischen Bundesgerichts vom 17. August bis und mit 16. September 2010 sowie die Urteile des EGMR mit Beteiligung der Schweiz auf. Neben Dossiernummer, Urteilsdatum, Abteilung/Kammer, Prozessgegenstand und Vorinstanz wird ein Hyperlink zum Originalentscheid und – sofern vorhanden – zur jeweiligen Besprechung in Jusletter wiedergegeben.
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