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Liebe Leserinnen und Leser
 
Durch die bilateralen Verträge ist die Schweiz nicht nur mit der Europäischen Union verbunden, sondern auch mit einigen ihrer Agenturen (Verwaltungseinheiten der EU mit Rechtspersönlichkeit). Die sich aus dieser Verbundenheit ergebenden rechtlichen Fragestellungen sind in Anbetracht der Diskussionen um die Schweizer Beteiligung an der sog. IT-Agentur der Europäischen Union besonders aktuell. Es geht hierbei um eine Weiterentwicklung des bilateralen Schengen-/Dublin-Besitzstandes, zu deren Übernahme die Schweiz grundsätzlich verpflichtet ist. Übernimmt sie Weiterentwicklungen nicht, kann dies letztlich die Beendigung des Abkommens zur Folge haben. Prof. Dr. Christa Tobler nimmt diese Situation zum Anlass, um die rechtlichen Problemstellungen für Drittländer wie die Schweiz im Zusammenhang mit EU-Agenturen darzulegen und zu erörtern.
 
Darf ein (zu Geldzahlung) unterhaltsverpflichteter Elternteil eine Zweitausbildung beginnen? Darf er sich selbst verwirklichen und so die Gefahr in Kauf nehmen, dass er ein geringeres Einkommen zur Verfügung hat? Inwiefern die Verpflichtung zurZahlung eines Kindesunterhalts die freie Selbstverwirklichung ausschliesst und wann von einem hypothetischen Einkommen des Unterhaltsschuldners ausgegangen werden muss, legt Dr. Christophe Herzig dar.
 
Dr. Herbert Wohlmann und Philippine Bossy nehmen zur Frage der Stimmabgabe der Pensionskassen in den Generalversammlungen börsenkotierter Unternehmen Stellung. Dabei diskutieren sie die Probleme, insbesondere aus aktienrechtlicher Sicht, im Hinblick auf die sog. Abzocker-Initiative und deren Gegenvorschlag.
 
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und einen guten Start in die neue Woche.
 
   
Simone Kaiser Sarah Montani
RA, Stv. Verlagsleiterin
Leiterin Jusletter
Mitinhaberin Weblaw AG
Wissenschaftliche Beiträge
Christa Tobler
Christa Tobler
Abstract

Im Dezember 2012 wird eine neue Agentur der Europäischen Union ihre Tätigkeit aufnehmen. Die IT-Agentur ist für das Betriebsmanagement von drei IT-Grosssystemen zuständig, welche von ihrer Funktion her zum Schengen- und Dublin-Recht der EU gehören. Wegen der entsprechenden bilateralen Abkommen ist dies auch für die Schweiz relevant. Im Hinblick auf ihre Beteiligung an der neuen Agentur soll eine Zusatzvereinbarung zu den Abkommen ausgearbeitet werden. Der Beitrag beleuchtet das Phänomen «EU-Agentur» sowie die rechtliche und operative Beteiligung daran durch Nicht-EU-Mitgliedstaaten wie die Schweiz, mit besonderem Augenmerk auf die IT-Agentur.

Beiträge
Christophe Herzig
Christophe Herzig
Abstract

Der Beitrag befasst sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen dem Recht des Kindes auf seinen Unterhalt und dem Recht des Unterhaltsschuldners auf freie Selbstverwirklichung in Form eines Berufswechsels oder einer Zweitausbildung. Dabei wird aufgezeigt, dass das Recht auf Kindesunterhalt vorgeht und bei der konkreten Unterhaltsfestsetzung gegebenenfalls von einem hypothetischen Einkommen auszugehen ist.

Herbert Wohlmann
Herbert Wohlmann
Philippine Bossy
Abstract

Im März 2013 wird das Schweizer Stimmvolk voraussichtlich über die Abzocker-Initiative von Thomas Minder und den indirekten Gegenvorschlag des Parlaments zur Initiative abstimmen. Die Abzocker-Initiative sieht unter anderem den Stimmzwang von Pensionskassen an Generalversammlungen von börsenkotierten Gesellschaften vor. Zudem müssen Pensionskassen veröffentlichen, wie sie gestimmt haben. Die Autoren diskutieren die möglichen rechtlichen und praktischen Implikationen der Initiative und des Gegenvorschlags auf Pensionskassen sowie auf börsenkotierte Unternehmen.

Aus dem Bundesgericht
Jurius
Abstract

BGer – Das Bundesgericht hat mehrere Geldstrafen, die wegen Verletzung des Bettelverbotes in Genf gegen Roma ausgesprochen wurden, bestätigt. Dina Bazarbachi, Präsidentin des Vereins zur Wahrung der Rechte der Roma (Mesemrom) hatte Beschwerde gegen die Geldstrafen wegen Diskriminierung eingelegt. (Urteil 6B_214/2012) (sk)

Aus dem Bundesverwaltungsgericht
Jurius
Abstract

BVGer – Die geplante Hochspannungsleitung in Rüschlikon muss neu beurteilt werden. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 28. September 2012 eine Beschwerde der Gemeinde gutgeheissen und das Verfahren an die Vorinstanz zurückgewiesen. (Urteil A-1275/2011)

Aus dem Bundesstrafgericht
Jurius
Abstract

BStGer – Das Bundesstrafgericht hat am 25. September 2012 einen juristischen Schlussstrich unter die Affäre Tinner gezogen und das abgekürzte Verfahren genehmigt. Damit bleiben alle Familienmitglieder, trotz zahlreicher Vorbehalte des Bundesstrafgerichts, auf freiem Fuss. Ein Beweisverfahren fand nicht mehr statt. (Urteil SK.2011.29)

Medienmitteilungen
Jurius
Abstract

Im Nachgang zu einem Entscheid des Bundesgerichtes stellt die FINMA sechs Unterstellungsverfahren ein. Sie waren gegen kantonale Gebäudeversicherungen gerichtet, die ihre Aktivitäten über ihr Monopolgebiet hinaus ausgedehnt haben.

Jurius
Abstract

Wer mangelhafte Ware kauft, kann sich künftig innert zwei Jahren beim Verkäufer beschweren. Die um ein Jahr verlängerte Gewährleistungsfrist gilt sowohl für Konsumentinnen und Konsumenten als auch für Unternehmer. Der Bundesrat hat am 20. September 2012 die auf zwei parlamentarische Initiativen zurückgehende Revision des Obligationenrechts (OR) auf den 1. Januar 2013 in Kraft gesetzt.

Jurius
Abstract

Im Rahmen der von den Vereinten Nationen in New York organisierten Vertragszeremonie hat die Schweiz am 25. September 2012 das Übereinkommen vom 9. September 2002 über die Vorrechte und Immunitäten des Internationalen Strafgerichtshofs ratifiziert. Zudem trat sie dem Übereinkommen vom 13. Februar 1946 über die Vorrechte und Immunitäten der Vereinten Nationen und dem Übereinkommen vom 21. November 1947 über die Vorrechte und Immunitäten der Sonderorganisationen der Vereinten Nationen bei. Damit bekräftigt die Schweiz ihr Engagement für die Universalität des Völkerrechts.

Gesetzgebungsübersicht
Jurius
Abstract

Die vorliegende Zusammenstellung beinhaltet alle schweizerischen Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Bundesrats- und Departementsverordnungen sowie einzelne Artikel, die im Oktober 2012 in Kraft treten. Die einzelnen Erlasse und Änderungen können via Links direkt abgerufen werden.

Aus der Herbstsession 2012
Jurius
Abstract

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der in der Herbstsession 2012 verabschiedeten Schlussabstimmungstexte. Die Vorlagen der Redaktionskommission sind im Format PDF abrufbar.

Jurius
Abstract

Nachfolgend wird eine nach Tagen geordnete Auflistung der wichtigsten Entscheide des Parlaments in der Woche vom 24. bis 28. September 2012 wiedergegeben.

Jurius
Abstract

Das Parlament will weder ein Verhüllungsverbot für muslimische Frauen noch eines für Chaoten. Nach dem Ständerat hat am 28. September 2012 auch der Nationalrat eine Standesinitiative aus dem Kanton Aargau abgelehnt. Der Entscheid fiel knapp mit 93 zu 87 Stimmen bei 3 Enthaltungen.

Jurius
Abstract

Mehr Rechtssicherheit für arbeitende Mütter: Die Entlöhnung von Stillpausen soll erstmals geregelt werden – in einer Verordnung. Der Nationalrat hat am 27. September 2012 als Erstrat den Vorschlag des Bundesrates gutgeheissen.

Jurius
Abstract

Die Schweiz erhält kein Präventionsgesetz. Der Ständerat hat am 27. September 2012 eine Vorlage abgelehnt, die es dem Bund ermöglicht hätte, Massnahmen zur Krankheitsvorsorge besser zu steuern und zu koordinieren.

Jurius
Abstract

Der Ständerat wünscht einen weiteren Anlauf, das Schweizer Sanierungsrecht zu revidieren. Die kleine Kammer nahm eine Kommissionsmotion an, die neue Bestimmungen im Obligationenrecht fordert. Das soll rechtzeitige Sanierungen maroder Unternehmen fördern.

Jurius
Abstract

Väter oder Mütter, die bei der Scheidung auf das Sorgerecht für ihre Kinder verzichten mussten, sollen dies bald ändern können. Der Nationalrat hat am 26. September 2012 beschlossen, dass die gemeinsame elterliche Sorge auch rückwirkend der Normalfall sein soll.

Jurius
Abstract

Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes sind unter Dach und Fach. National- und Ständerat haben am 26. September 2012 den Vorschlag der Einigungskonferenz gutgeheissen.

Jurius
Abstract

Die Sterbehilfe wird in der Schweiz nicht strenger geregelt. Nach dem Ständerat hat sich auch der Nationalrat für den Status quo ausgesprochen, im Einklang mit dem Bundesrat.

Jurius
Abstract

Pokerturniere mit kleinen Einsätzen und Gewinnen sollen auch ausserhalb von Casinos wieder erlaubt werden. Der Nationalrat hat am 26. September 2012 eine entsprechende Motion als Zweitrat angenommen und damit an den Bundesrat überwiesen.

Jurius
Abstract

Zur Bekämpfung des Lohndumpings auf dem Bau spricht sich der Ständerat für eine Solidarhaftung für die ganze Auftragnehmerkette aus. Gegen den Widerstand eines Teils der Bürgerlichen beschloss dies die kleine Kammer am 25. September 2012 mit 22 zu 18 Stimmen.

Jurius
Abstract

Der Ständerat möchte die Folgen der Zweitwohnungs-Initiative für die Tourismusregionen mildern und generell die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Berggebiet verbessern. Er hat am 25. September 2012 entsprechende Motionen angenommen.

Jurius
Abstract

Der Nationalrat ist gegen Schnellgerichte für gewalttätige Sportfans. Er hat am 24. September 2012 eine Motion seiner Sicherheitspolitischen Kommission (SIK) mit 101 zu 66 Stimmen bei 7 Enthaltungen abgelehnt. Diese wollte Hooligans künftig an Ort und Stelle zur Rechenschaft ziehen.

Jurius
Abstract

Für die Verlagerungspolitik haben die Räte dem Bundesrat mehrere Aufträge erteilt. Gefahrenguttransporte sollen auf der Strasse stärker eingeschränkt werden und der Bundesrat soll prüfen, ob die Gotthardtunnel-Sanierung auch der Verlagerung dienen könnte.

Jurius
Abstract

Anwälte können sich künftig unabhängig vom Verfahren gleichermassen auf das Anwaltsgeheimnis berufen. National- und Ständerat haben entsprechenden Gesetzesänderungen zugestimmt.