| Simone Kaiser | Sarah Montani |
| RA, Stv. Verlagsleiterin Leiterin Jusletter | Mitinhaberin Weblaw AG |
Abstract
Strafrechtler haben wenig Interesse am Nebenstrafrecht in Steuergesetzen. Ebenso konzentrieren sich Steuerrechtler in der Regel nicht auf die Umsetzung strafrechtlicher Bestimmungen im Steuerrecht. Im Hinblick auf die aktuellen Geschehnisse muss man aber einräumen, dass einige Fragen im Zusammenhang mit unrechtmässig erlangten Beweismitteln durch ausländische Steuerbehörden nicht mehr ignoriert werden können. Die Autoren betrachten insbesondere den Fall, dass Dokumente durch eine Privatperson im Rahmen einer Straftat erworben und den Schweizer Steuerbehörden übergeben werden, um ein Besteuerungsverfahren oder Verfahren wegen Steuerhinterziehung zu eröffnen und zu ermöglichen. (sk)
Abstract
Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 30. Oktober 2012 die bereits in BGE 132 III 460 begründete Praxis zu Retrozessionen mit Blick auf die sog. Bestandespflegekommissionen im Vermögensverwaltungsgeschäft weitergeführt. Solche Zahlungen bergen aus Sicht des Bundesgerichts einen latenten Interessenkonflikt und sind daher dem Kunden herauszugeben, wobei Offenlegung und Verzicht der Kunden ebenfalls genügen. Keine Zustimmung verdient das Urteil, wenn es im Konzern die wirtschaftliche Einheit desselben ausblendet und konzerninterne Zahlungen als mit einem Interessenkonflikt belastete Drittleistungen qualifiziert.
Abstract
Vor Kurzem hat das Bundesgericht einen weiteren Entscheid im Bereich der Bestandespflegekommissionen veröffentlicht, welcher auch in den Medien grosse Aufmerksamkeit erlangt hat. Bestandespflegekommissionen fallen in aller Regel jährlich an. Als periodische Zahlungen unterliegen sie der fünfjährigen Verjährungsfrist von Art. 128 OR. Da es sich bei den Bestandespflegekommissionen nicht um Vermögenswerte handelt, die zur Vertragserfüllung benötigt werden, wird der Kundenanspruch mit deren periodischen Überweisung an den Vermögensverwalter fällig. Aufgrund von Art. 130 Abs. 1 OR fällt der Beginn der Verjährung für die etwaigen Herausgabeansprüche auf diesen Zeitpunkt.
Abstract
Die Ankündigung der deutschen Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, eine Gesetzesinitiative des Landes Hessen zur Einführung eines Straftatbestandes der Datenhehlerei, der den Ankauf und die Auswertung von illegal erlangten Bankdaten über deutsche Steuerpflichtige unterbinden soll, zu unterstützen, hat in Teilen der deutschen Öffentlichkeit zu heftigem Widerspruch geführt. Der Beitrag untersucht, ob es eines solchen Straftatbestandes überhaupt bedarf oder das geltende deutsche Strafrecht diese Fälle bereits erfasst.
Abstract
Mit keinem anderen Gebiet hat sich der Gesetzgeber häufiger auseinanderzusetzen als mit dem Strafrecht. Gesetzgebung unterliegt politischen Gesetzmässigkeiten: Die Kommissionen für Rechtsfragen von National- und Ständerat haben sich meistens gerade mit jenen Themenbereichen zu beschäftigen, die auch in der öffentlichen Diskussion eine zentrale Rolle einnehmen. Der Autor schafft mit dem Beitrag einen Überblick über die aktuellen Gesetzgebungstendenzen.
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EGMR – Die Schweiz hat mit dem Landesverweis gegen einen straffälligen Kosovaren und eine Drogenkurierin aus der Elfenbeinküste keine Menschenrechte verletzt. Zu diesem Schluss ist am 15. November 2012 der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gekommen. (Urteile Nr. 52873/09 und 38005/07)
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BGer – Das Bundesgericht hob ein Urteil des Kantonsgerichts Jura gegen einen Händler auf, der unerlaubterweise Decoder zum Empfang von Canal+ verkauft hatte. Rund 450 Kunden profitierten hiervon. (BGE 6B_584/2011) (sk)
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BGer – Das Bezirksgericht Pfäffikon wird sich mit dem Fall um die schwere Misshandlung von zwei Mädchen durch ihren Vater in Wila ZH befassen müssen. Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft nicht eingetreten. (Urteil 1B_374/2012)
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BGer – Das Bundesgericht hat die Haftstrafe von 14 Jahren für einen Arzt bestätigt, der seine Ex-Frau getötet hatte. Es wies sowohl den Rekurs des Neuenburger Staatsanwalts ab, der auf Mord plädierte, als auch jenen des Verurteilten, der Totschlag im Affekt geltend machte. (Urteil 6B_23/2012)
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BGer – Gerhard Ulrich vom Verein «Aufruf ans Volk» muss wieder ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat die bedingte Entlassung aus dem Gefängnis definitiv annulliert, die dem Rentner im September 2011 von einem erstinstanzlichen Gericht gewährt worden war. (Urteil 6B_451/2012)
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BGer – Ein Portugiese aus Kap Verde, der 2010 in Martigny VS einen Mann aus einer Balkan-Gruppe erschossen hat, muss wegen vorsätzlicher Tötung definitiv für 11 Jahre ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat das Urteil des Walliser Kantonsgerichts bestätigt. (Urteil 6B_437/2012)
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BGer – Ein Walliser Skinhead muss wegen Mordversuchs definitiv 11 Jahre ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat die Beschwerde des heute 24-Jährigen abgewiesen, der seinem Opfer 2009 wegen einer harmlosen Bemerkung über Hitler den Hals aufgeschnitten hatte. (Urteil 6B_215/2012)
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BStGer – Im Wettskandalprozess hat das Bundesstrafgericht in Bellinzona am 13. November 2012 drei Schweizer Fussballer vom Vorwurf des Betruges freigesprochen. Elektronische Wettanbieter könnten nicht wie ein Mensch getäuscht werden, so die Begründung.
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BStGer – Die Schweiz darf Tunesien laut Bundesstrafgericht Unterlagen zu zwei Bankkonten liefern, sofern der nordafrikanische Staat zuvor noch gewisse Garantien abgibt. Die Konten gehören einer in Tunesien inhaftierten Person aus dem Umfeld von Ex-Präsident Ben Ali. (Urteil RR.2012.70)
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Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA setzt am 1. Januar 2013 die Versicherungskonkursverordnung-FINMA in Kraft. Die neue Verordnung konkretisiert die Bestimmungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes und enthält Ausführungsbestimmungen zum Konkursverfahren bei Versicherungsunternehmen. Sie macht die Handlungsoptionen und Verfahrensschritte der FINMA bei der Konkursabwicklung transparent.
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Das Zulassungsverfahren für Revisionsunternehmen wird modernisiert. Gleichzeitig werden die Vorgaben an die interne Qualitätssicherung nach der Grösse der revidierten Unternehmen differenziert. Der Bundesrat hat am 14. November 2012 die entsprechenden Änderungen der Revisionsaufsichtsverordnung auf den 1. Dezember 2012 in Kraft gesetzt.
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Der Bundesrat hat am 14. November 2012 die totalrevidierte Verordnung über die Ausstellung von Reisedokumenten für ausländische Personen (RDV) genehmigt. Die neue Verordnung schränkt die Reisefreiheit von vorläufig in der Schweiz aufgenommenen Personen ein. Die Verordnung tritt per 1. Dezember 2012 in Kraft.
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Der Bundesrat hat am 14. November 2012 beschlossen, die Steuersätze für Zigaretten und andere Tabakfabrikate zu erhöhen. Die Steuererhöhung erfolgt auf den 1. April 2013. Die Erhöhung der Tabaksteuer auf Zigaretten ist gesundheitspolitisch und fiskalpolitisch begründet. Dem Bund bringt sie Mehreinnahmen von jährlich rund 50 Millionen Franken.
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Der Bundesrat hat die Botschaft betreffend die Änderungen der Satzung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zuhanden des Parlaments verabschiedet. Die Satzungsänderungen stärken die IOM in ihrer Funktionsweise.
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Am 1. Januar 2013 tritt ein erstes Paket mit Massnahmen des Verkehrssicherheitsprogramms «Via sicura» in Kraft. Darin enthalten sind Massnahmen gegen Raser wie die Einziehung und Verwertung von Motorfahrzeugen sowie das Verbot von Radarwarnungen. Ebenfalls angepasst wird das Mindestalter für Radfahrende und Fuhrleute.
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Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat eine Anhörung zur Änderung der Börsenverordnung eröffnet. Mit der Revision wird die Ende September 2012 verabschiedete Änderung des Börsengesetzes (Börsendelikte und Marktmissbrauch) umgesetzt. Die Anhörung dauert bis zum 15. Dezember 2012.
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