Sehr geehrte Leserinnen und Leser
Wie ist mit Straftätern umzugehen, die trotz ungünstiger Kriminalprognose aus Freiheitsstrafen oder freiheitsentziehenden therapeutischen Massnahmen entlassen werden müssen? Thierry Urwyler, Thomas Noll, Silja Bürgi, Christoph Sidler, Daniel Treuthardt, Stefan Schmalbach und Elmar Habermayer diskutieren die umstrittene Problematik und widmen sich insbesondere dem Konstrukt der Führungsaufsicht nach deutschem Muster und möglichen Alternativen.
Die Kompetenz für den Abschluss von Staatsverträgen ist innerstaatlich klar geregelt. Unklar war jedoch bis vor Kurzem die Rechtslage zur Frage, wer denn für die Änderung und vor allem für die Kündigung dieser Verträge zuständig ist. Andrea Caroni und Silvan von Burg beleuchten die frühere und die jüngste Diskussion zu dieser Zuständigkeitsfrage und stellen die neue Lösung vor, die per 2. Dezember 2019 in Kraft getreten ist.
Welche prozessuale Stellung haben Kinder und Jugendliche inne und welche Prozesse können urteilsfähige Minderjährige gar selbstständig führen? Christophe Herzig und Matthias Jenal arbeiten anhand von Praxisfällen die Partei- und Prozessfähigkeit sowie die allfällige Parteistellung Minderjähriger systematisch heraus und analysieren, welche Prozesse sie selbstständig führen können und in welchen Konstellationen sie durch die Eltern vertreten werden.
Am 11. September 2019 fand in Zürich die Veranstaltung der Seminarreihe «Vertriebsvertragsrecht in der Praxis» statt. Fabian Koch und Göktug Gürbüz berichten von der Veranstaltung und geben einen Einblick in die einzelnen Referate.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und einen guten Start in die Woche.
Daphne Röösli
Produktmanagerin Jusletter
Abstract
Wie ist mit Straftätern umzugehen, die trotz ungünstiger Kriminalprognose aus Freiheitsstrafen oder freiheitsentziehenden Massnahmen entlassen werden müssen? Könnte die deutsche Führungsaufsicht eine sinnvolle Lösung für solche Fälle darstellen? Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe diskutiert im vorliegenden Beitrag Stärken und Schwächen der Führungsaufsicht und erörtert potentielle Alternativen/Modifikationen. Dabei werden über das gesamte Diskussionspapier hinweg die individuellen Meinungen der Autorinnen und Autoren transparent dargestellt.
Abstract
Wer in der Schweiz für den Abschluss von Staatsverträgen zuständig ist, ist seit Langem klar geregelt. Unklar war bislang hingegen die Zuständigkeit für Kündigungen (und Änderungen) von Staatsverträgen. Der Bundesrat und das Parlament vertraten hierzu bisweilen sogar gegensätzliche Ansichten. Aufgrund einer parlamentarischen Initiative wurde diese Kompetenzfrage nun mittels Gesetzesänderung geklärt. Dieser Beitrag beleuchtet die frühere und die jüngste Diskussion zu dieser Zuständigkeitsfrage und stellt die neue Lösung vor, die per 2. Dezember 2019 in Kraft getreten ist.
Abstract
Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der prozessualen Stellung von Minderjährigen im Verwaltungsprozess und arbeitet anhand von drei Praxisfällen deren Partei- und Prozessfähigkeit sowie ihre Parteistellung heraus. Dabei wird namentlich analysiert, welche Prozesse urteilsfähige Minderjährige mit oder ohne Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter selbstständig führen können und in welchen Konstellationen der Minderjährige durch seine Eltern vertreten werden kann.
Abstract
Am 11. September 2019 fand in Zürich die dritte Veranstaltung der Seminarreihe «Vertriebsvertragsrecht in der Praxis» statt. Die diesjährigen Referate behandelten hauptsächlich die Relevanz des Immaterialgüterrechtsschutzes im Vertriebskontext, die neuesten Entwicklungen im Vertriebskartellrecht und verschiedene rechtliche Herausforderungen im Zusammenhang mit Franchising und Selektivvertrieb. Den Referierenden gelang es dabei, die relevante Theorie anschaulich darzustellen und mit im Geschäftsalltag direkt verwertbaren Hinweisen und Anregungen zu verknüpfen.
Abstract
BGer – Bei der Beurteilung der Integration von Einbürgerungsbewerbern darf nicht ein einzelnes Kriterium ins Zentrum gerückt werden, das nicht so gewichtig ist, dass ihm für sich alleine entscheidende Bedeutung zukommt. Das Bundesgericht weist die Einbürgerungsbehörde Arth (SZ) an, einem Mann das Gemeindebürgerrecht zu erteilen, der seit 30 Jahren in der Schweiz lebt. Sein höchstens geringes Manko bei den geografischen und kulturellen Kenntnissen wird durch die übrigen Kriterien aufgewogen, die er alle erfüllt. (Urteil 1D_1/2019)
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BGer – Die Polizei darf nicht standardmässig verlangen, dass sich Menschen für eine Leibesvisitation nackt ausziehen müssen, bevor sie in eine unbewachte Zelle gebracht werden. Das hat das Bundesgericht in einem Leiturteil entschieden. (Urteil 1B_115/2019)
Abstract
BGer – Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Mannes abgewiesen, der wegen Sexualdelikten zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt wurde. Er wurde der mehrfachen Vergewaltigung seiner Nachbarin und seiner eigenen Tochter für schuldig befunden. Die Opfer betäubte er jeweils und zudem filmte er seine Taten. (Urteil 6B_1127/2019)
Abstract
BGer – Die Liebe zur gleichen Katze hat eine Frau und deren Bekannten zum dritten Mal bis vor Bundesgericht geführt. In den ersten beiden Runden entschieden die Lausanner Richter über den tatsächlichen Eigentümer des Tieres, nun mussten sie sich mit Ohrfeigen, Drohungen und Katzenspielsachen befassen. (Urteil 6B_1064/2019)
Abstract
BGer – Der Schienbeinbruch bei einem 4.-Liga-Fussballspieler nach einer Intervention des gegnerischen Torwarts ist nicht als fahrlässige einfache Körperverletzung zu qualifizieren. Dies hat das Bundesgericht entschieden und die Beschwerde des Verletzten abgewiesen. (Urteil 6B_1060/2019)
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Durch den Austritt des Vereinigten Königreichs (UK) aus der EU am 31. Januar 2020 um Mitternacht entstehen für die Beziehung zwischen der Schweiz und dem UK kurzfristig keine Änderungen: Die bilateralen Verträge Schweiz–EU bleiben während einer verlängerbaren Übergangsperiode bis mindestens Ende 2020 auf das UK anwendbar. Diese Übergangsperiode kann die Schweiz nutzen, um im Rahmen ihrer «Mind the gap»-Strategie gemeinsam mit dem UK das zukünftige Verhältnis weiter zu gestalten.
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Ein Beitrag des Konsumentenmagazins «Kassensturz» von Fernsehen SRF zu einem Gesetzgebungsverfahren im Versicherungsrecht war nicht sachgerecht. Dies beschloss die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen UBI mit knapper Mehrheit. Drei weitere Beschwerden wies sie dagegen ab.
Abstract
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. Januar 2020 beschlossen, die EL-Reform auf den 1. Januar 2021 in Kraft zu setzen. Zudem hat er die Ergebnisse der Vernehmlassung zu den Ausführungsbestimmungen zur Kenntnis genommen und die entsprechenden Verordnungsänderungen gutgeheissen.
Abstract
Die vorliegende Zusammenstellung beinhaltet alle schweizerischen Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Bundesrats- und Departementsverordnungen sowie einzelne Artikel, die im Februar 2020 in Kraft treten. Die einzelnen Erlasse und Änderungen können via Links direkt abgerufen werden.
Jusletter