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Liebe Leserinnen und Leser

Dr. iur. et lic. theol. Edgar Imhof war einer der bedeutendsten Experten des internationalen Sozialrechts der Schweiz. Anfangs März erlag er völlig unerwartet und im Alter von nur 47 Jahren einer akuten Herzerkrankung. In ihrem Nachruf würdigen Prof. Dr. Thomas Gächter und Prof. (FH) Dr. Kurt Pärli das rechtswissenschaftliche Wirken Edgar Imhofs und weisen dabei auch seine Bibliographie aus.
Die Schweiz hat die Europäische Sozialcharta zwar unterzeichnet, aber wegen Bedenken der Kompatibilität mit der geltenden Rechtslage bis heute nicht ratifiziert. Prof. (FH) Dr. Kurt Pärli und Dr. Edgar Imhof † analysieren in ihrem für den Berufsverband «AvenirSocial» verfassten Gutachten die Vereinbarkeit der schweizerischen Rechtsordnung mit der Europäischen Sozialcharta und kommen zum Schluss, dass eine Ratifikation auch hinsichtlich kritischer Kernbestimmungen möglich ist. Diesen Beitrag publizieren wir heute im Gedenken an den verdienten Rechtswissenschafter und Jusletter-Autoren Edgar Imhof.
Der heute insbesondere in den Medien vieldiskutierte Islam scheint im Westen auf wenig Verständnis zu stossen, und noch viel weniger das islamische Recht. Dr. Omar Abo Youssef will dem Abhilfe schaffen, und stellt in seinem Beitrag die primären und sekundären Quellen des islamischen Rechts vor.
Dürfen Gewerbe- und konkurrenzbeschränkende Dienstbarkeiten in das Grundbuch eingetragen werden? PD Dr. Christina Schmid-Tschirren äussert sich kritisch zum bisher neusten Urteil 5A_171/2008 vom 13. Mai 2008 des Bundesgerichts zu diesem hochkontroversen Thema und seinen Folgen für Grundbuchverwalterinnen und Grundbuchverwalter.
Voraussetzung für eine Strafbarkeit nach Art. 260ter StGB (Kriminelle Organisation) ist, dass die handelnde Organisation verbrecherisch tätig ist. Was aber, wenn eine mafiöse Organisation zur eigenen Bereicherung kein Verbrechen, sondern lediglich ein Vergehen oder gar eine legale Handlung begeht, dazu aber verbrecherische Mittel einsetzt? RA Friedrich Frank befasst sich mit Organisationsverbrechen zum Zwecke der Bereicherung bei Art. 260ter StGB.
Die einheitliche Rechtsanwendung des Bundesgesetzes über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (Lex Koller) ist das oberste Ziel des Gesetzgebers. Per 1. Juli 2009 hat das Bundesamt für Justiz seine Wegleitung und sein Merkblatt zu diesem Thema aktualisiert. Dr. Roland Pfäffli und Daniela Byland weisen in ihrem Beitrag in aller Kürze auf diese Änderung hin.
Und zu guter Letzt ein Hinweis in eigener Sache: Die Webseiten von Weblaw und Jusletter stehen neu auch optimiert für mobile Endgeräte wie das iPhone zur Verfügung. So können Jusletter-Leserinnen und -Leser auch von unterwegs bequem auf die Einleitungstexte der aktuellen Beiträge zugreifen, und diese nach Bedarf (auf der regulären Website) aufrufen. Link: mobile.weblaw.ch.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre und einen guten Start in die neue Woche.
   
Nils Güggi    Thomas Schneider
Verlagsleiter Weblaw AG    Projektleiter Jusletter
Omar Abo Youssef
Abstract

Die vorliegende Darstellung der primären und sekundären Quellen des islamischen Rechts bietet eine Einführung in das in unseren Breitengraden weitgehend unbekannte Rechtsgebiet. Neben Qurʾān und Sunnah gehören zu den Rechtsquellen auch Ijmāʿ und Qiyās. Die letzteren beiden gründen auf der Anstrengung (Ijtihād), auf sich neu stellende Fragen gestützt auf die ersteren angemessene Antworten zu finden. In diesem Sinne stellt das islamische Recht einen lebendigen Rechtskörper dar, der sich stetig fortentwickelt.

Kurt Pärli
Kurt Pärli
Edgar Imhof
Abstract

Die Schweiz hat die Europäische Sozialcharta zwar unterzeichnet, aber wegen Bedenken der Kompatibilität mit der geltenden Rechtslage bis heute nicht ratifiziert. Die Ratifikation erfordert die Einhaltung von sechs von neun Kernbestimmungen und mindestens zehn Nichtkernbestimmungen. Eine umfassende Analyse der schweizerischen Sozialrechtsordnung zeigt, dass eine Ratifikation auch hinsichtlich kritischer Kernbestimmungen möglich ist. Allfällige Defizite bestehen ohnehin bereits aufgrund anderer völkerrechtlichen Verpflichtungen.

Thomas Gächter
Thomas Gächter
Kurt Pärli
Kurt Pärli
Abstract

Edgar Imhof war einer der bedeutendsten Experten des internationalen Sozialrechts der Schweiz. Sein wissenschaftliches Werk hat die Übernahme des koordinierenden europäischen Sozialrechts massgeblich erleichtert und die internationale Sozialrechtsdiskussion in fruchtbarer Weise mit dem schweizerischen wissenschaftlichen Diskurs vernetzt. Daneben hat er auch andere wichtige Aspekte des Sozialrechts auf höchstem wissenschaftlichem Niveau analysiert. Sein viel zu früher Tod schlägt fachlich wie menschlich eine grosse Lücke.

Roland Pfäffli
Roland Pfäffli
Daniela Byland
Abstract

Die einheitliche Rechtsanwendung des Bundesgesetzes über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (Lex Koller) ist das oberste Ziel des Gesetzgebers. In diesem Sinne wandte sich das Bundesamt für Justiz am 1. Juli 2009 in einem Brief an die kantonalen Bewilligungsbehörden und Grundbuch-Aufsichtsbehörden mit dem Hinweis, dass die Wegleitung und das Merkblatt zur Lex Koller per 1. Juli 2009 aktualisiert wurden. Es geht vor allem um die Ausweise, welche für einen bewilligungsfreien Erwerb eines Grundstücks durch einen Ausländer dem Grundbuchamt vorgelegt werden müssen.

Friedrich Frank
Abstract

Voraussetzung für eine Strafbarkeit nach Art. 260ter StGB ist, dass die handelnde Organisation verbrecherisch tätig ist. Fraglich ist, ob dies auch dann anzunehmen ist, wenn der von der Organisation verfolgte Hauptzweck zwar nicht in der Begehung eines Verbrechens, sondern in einem Vergehen bzw. einem legalen Handeln liegt, dieses aber mit verbrecherischen Mitteln durchgesetzt und aufrechterhalten wird.

Christina Schmid-Tschirren
Christina Schmid-Tschirren
Abstract

Mit Urteil 5A_171/2008 vom 13. Mai 2008 entschied das Bundesgericht über die Eintragung einer so genannten Gewerbebeschränkungsdienstbarkeit in das Grundbuch. Der höchstrichterliche Entscheid wurde von der Grundbuchpraxis mit einiger Spannung erwartet. Es ging nämlich um die in die Kognition der Grundbuchverwalterin oder des Grundbuchverwalters fallende Frage der Zulässigkeit des Inhalts und damit der Eintragungsfähigkeit von Gewerbedienstbarkeiten, deren klarer Zweck Konkurrenzverbote – ein hochkontroverses Thema – sind. Den Erwartungen wurde leider, so jedenfalls die Ansicht der Autorin, nicht entsprochen. Der sehr knapp ausgefallene Bundesgerichtsentscheid enthält keine Auseinandersetzung mit der in der Doktrin seit Jahren vorgebrachten Kritik an den bisher zu diesem Thema ergangenen Urteilen.

Jurius
Abstract

EGMR – Der Verein gegen Tierfabriken (VgT) hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg einen Sieg gegen das Bundesgericht davongetragen. Die Schweizer Richter hatten der Tierschutzorganisation die Ausstrahlung eines Werbespots verboten. (Urteil 32772/02 des EGMR i.S. Verein gegen Tierfabriken gegen Schweiz)

Jurius
Abstract

BGer – Die strafrechtliche Aufarbeitung des Hiflyer-Unglücks von 2004 im Verkehrshaus Luzern ist beendet. Das Bundesgericht hat die Verurteilung des Piloten wegen fahrlässiger Tötung bestätigt. Bei dem Unfall war eine indische Touristin ums Leben gekommen. (Urteil 6B_175/2009)

Jurius
Abstract

BGer – Die Verurteilung von Claude Covassi wegen Handelns mit Anabolika. Das Bundesgericht hat den Schuldspruch des Genfer Gerichts bestätigt, welches ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt hatte. (Urteil 6B_250/2009) (ts)

Jurius
Abstract

BGer – Ein Bauarbeiter, der sich gegen die Helmtragepflicht sträubt, riskiert eine fristlose Entlassung. Das Bundesgericht hat die Entlassung eines Genfer Aushilfsmonteurs vom einen Tag auf den andern geschützt. (Urteil 4A_167/2009) (ts)

Jurius
Abstract

BGer – Ein Drogenhändler, der sich bei einer Polizeikontrolle in einem Internet-Cafe in Zürich den Fluchtweg freizuschiessen versuchte, muss laut Bundesgericht wegen mehrfachem Mordversuch verurteilt werden. Das Zürcher Obergericht hatte die Tat milder bewertet. (Urteil 6B_188/2009)

Jurius
Abstract

BVGer – Die Bundesverwaltung darf vorerst weiter Informatikleistungen von Microsoft beziehen. Das Bundesverwaltungsgericht hat das Gesuch der Open-Source-Anbieter um ein vorsorgliches Verbot abgewiesen und auch darauf verzichtet, den Bezug aufs Notwendigste zu beschränken. (Zwischenentscheid im Verfahren B-3402/2009)

Jurius
Abstract

BVGer – Der Fahrer einer Panzerhaubitze muss 3'190 Franken an die Kosten eines von ihm verursachten Unfalls zahlen. Er war vor Bière (VD) viel zu schnell in eine Kurve gefahren und handelte damit laut Bundesverwaltungsgericht grobfahrlässig. (Urteil A-8277/2008)

Jurius
Abstract

BVGer – Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem Pilotentscheid grünes Licht für private Pokerturniere in der Variante «Texas Hold'em» gegeben. Die Richter teilen die Ansicht der Spielbankenkommission, dass für den Turniererfolg Geschicklichkeit wichtiger ist als Glück. (öffentliche Beratung vom 30. Juni 2009)

Jurius
Abstract

BStGer – Die Leiterin des Rechtsdiensts im Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) muss das Dossier Laxey/Implenia abgeben. Laut Bundesstrafgericht besteht Verdacht auf Befangenheit, nachdem sie sich gegenüber der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) zum Verfahren geäussert hat. (Urteil BV.2009.25)

Jurius
Abstract

BStGer – Ihr widerrechtliches Vorgehen bei einem Hausverkauf hat für den ehemaligen Schweizer Botschafter in Nigeria und einen Mitarbeiter finanzielle Folgen. Laut Bundesstrafgericht müssen sie ihre Anwaltskosten aus dem eingestellten Strafverfahren selber tragen. (Urteile BK.2009.3 und BK.2009.5)

Jurius
Abstract

Das Bundesstrafgericht bestätigt die Schweizer Rechtshilfe gegenüber dem Landgericht Marseille. Dessen Vize-Präsidentin, Richterin Béatrice Del Volgo, ermittelt im Frankreich betreffenden Teil der Aeroflot-Affäre. (Urteile RR.2008.295 und RR.2008.219) (ts)

Jurius
Abstract

In seinem 16. Tätigkeitsbericht weist der EDÖB die Pensionskassen auf einen korrekten Umgang mit persönlichen Pensionskassenausweisen hin, äussert sich zur Bekanntgabe von Personendaten an Dritte durch Vereine und Veranstalter von Sportanlässen und zieht im Rahmen des Bundesgesetzes über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (BGÖ) eine Jahresbilanz über Zugangsgesuche, Schlichtungsanträge und Empfehlungen.

Jurius
Abstract

Gestützt auf ein Urteil des Bundesgerichts hat das Institut für Geistiges Eigentum seine Praxis geändert. Neu sind die akustischen Marken in Analogie zu Wort- und Bildmarken den konventionellen Zeichen zuzuordnen.

Jurius
Abstract

Die vorläufige Prüfung des Zusammenschlusses zwischen der Tamedia und der Edipresse hat Anhaltspunkte dafür ergeben, dass bei den Pendlerzeitungen in der Romandie eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt werden könnte. Deshalb führt die Wettbewerbskommission (WEKO) eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses durch.

Jurius
Abstract

Die Regulierung von Börsendelikten soll einen neuen Insider- und einen neuen Kursmanipulationstatbestand beinhalten. Und diese sollen vom Strafgesetzbuch ins Börsengesetz überführt werden. Der Bundesrat will bis Ende Jahr die Vernehmlassung eröffnen.

Jurius
Abstract

Wer rassistische Symbole öffentlich verwendet oder verbreitet, soll in Zukunft mit einer Busse bestraft werden. Dies sieht eine Ergänzung des Strafgesetzbuchs vor, die der Bundesrat am Mittwoch bis Ende Oktober in die Vernehmlassung geschickt hat. Die neue Strafnorm soll zum Schutz der Menschenwürde und des öffentlichen Friedens beitragen.

Jurius
Abstract

Das Bundesgericht hatte 2007 erörtert, ob benachbarte Mobilfunkantennen separat oder als Einheit zu beurteilen sind. Entsprechend wird die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) angepasst. Der Bundesrat hat sie am 1. Juli 2009 auf den 1. September 2009 in Kraft gesetzt.

Jurius
Abstract

Biodiversität – das heisst die Ökosysteme, die Arten und die genetische Vielfalt – ist die Grundlage für Wachstum und Wohlstand. Um die Biodiversität zu erhalten, ist die Schweiz daran, eine nationale Biodiversitätsstrategie auszuarbeiten. Am 1. Juli hat der Bundesrat den Eckpunkten dafür zugestimmt.

Jurius
Abstract

Der Bundesrat hat das Vernehmlassungsverfahren zur Revision des Lebensmittelgesetzes eröffnet. Mit den vorgeschlagenen Änderungen soll die Schweiz zukünftig an den Systemen der Lebensmittel- und Produktsicherheit der Europäischen Union (EU) teilnehmen können.

Jurius
Abstract

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) plant eine Vorlage mit kurzfristig realisierbaren Änderungen des Strafrechts.

Jurius
Abstract

Bund, Kantone und Gemeinden vergeben jedes Jahr Aufträge im Wert von 40 Milliarden Franken. Um sich einen Überblick über diese Ausschreibungen zu machen, mussten bisher verschiedene Publikationen konsultiert werden. Das ist seit kurzem nicht mehr nötig: Die neue Internetplattform Simap.ch ermöglicht es den Unternehmen, alle nötigen Angaben rasch auf elektronischem Weg zu erhalten. Das erhöht die Transparenz und senkt die administrativen Kosten.

Jurius
Abstract

Familien mit Kindern sollen rasch entlastet, die Folgen der kalten Progression künftig jährlich ausgeglichen werden. Diese beiden Steuervorlagen hat die Wirtschaftskommission des Ständerates (WAK-S) für die Sondersession des Ständerates vom 10./11. August verabschiedet.

Jurius
Abstract

Das neue Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz beauftragt Bund und Kantone gemeinsam für einen wettbewerbsfähigen und koordinierten gesamtschweizerischen Hochschulbereich zu sorgen. Im Vorfeld der Beratung dieses Erlasses hörte die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-S) in einem umfassenden Hearing Vertreterinnen und Vertretern der betroffenen Institutionen, Organisationen sowie der Wirtschaft an.

Jurius
Abstract

Die vorliegende Zusammenstellung beinhaltet alle schweizerischen Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Bundesrats- und Departementsverordnungen sowie einzelne Artikel, die im Juli 2009 in Kraft treten. Die einzelnen Erlasse und Änderungen können via Links direkt abgerufen werden.